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Netzwerke

Spiele im Heimnetz streamen: Sunshine, Moonlight

Spiele im Heimnetz streamen mit Sunshine und Moonlight: Encoder wählen, Host per Kabel anbinden, unterwegs per VPN statt offener Router-Ports spielen.

Dein Gaming-PC wohnt unterm Schreibtisch, aber heute Abend willst du auf dem Sofa spielen. Du könntest den ganzen Tower zum Fernseher schleppen. Dein Rücken bevorzugt die Variante, bei der nur das Bild durchs Netzwerk reist.

Kurzantwort

Wie streamst du Spiele vom PC auf Fernseher, Handheld oder Laptop? Du installierst Sunshine auf dem Gaming-PC als Host und Moonlight als Client auf dem Gerät, auf dem du spielst. Sunshine nimmt den Bildschirm auf, kodiert ihn mit dem Hardware-Encoder der Grafikkarte und schickt ihn übers Netzwerk; Moonlight dekodiert ihn und schickt deine Controller-Eingaben zurück [1][7]. Beide sind kostenlos und quelloffen [1][9]. Zu Hause gehört mindestens eine Seite ans Kabel. Unterwegs verbindest du dich über ein VPN, statt Ports am Router zu öffnen.

So funktioniert’s

  1. Warum Sunshine und nicht GameStream. Moonlight entstand als quelloffener Client für NVIDIAs GameStream-Protokoll [9]. NVIDIA hat Ende 2022 das Aus für GameStream angekündigt; ein für Mitte Februar 2023 geplantes Update sollte es aus der App „NVIDIA Games“ auf SHIELD-Geräten entfernen [8][11]. Laut Moonlight-Projekt unterstützt die neuere NVIDIA-App GameStream nicht mehr und entfernt bei der Installation GeForce Experience [8]. Moonlight empfiehlt deshalb Sunshine als Host [7][9].
  2. Sunshine auf dem Host. Sunshine läuft unter Windows, Linux, macOS und FreeBSD und unterstützt Hardware-Kodierung auf GPUs von AMD, Intel und NVIDIA; Kodierung per Software gibt es auch [1]. Unter Windows nutzt es NVENC (NVIDIA), AMF (AMD) und Quick Sync (Intel), unter Linux vor allem VA-API, NVENC und Vulkan Video [1]. Stand 25. Okt. 2026 ist die neueste stabile Version v2026.1017.185028 vom 17. Okt. 2026 [5]. Zwei Versionen aus dem September enthielten Sicherheitskorrekturen, eine als kritisch, eine als hoch für Linux-Hosts eingestuft [5]. Bring eine ältere Installation also zuerst auf den aktuellen Stand.
  3. Die Weboberfläche. Nach der Installation öffnet Sunshine seine Einstellungsseite unter https://localhost:47990/. Dein Browser warnt vor dem Zertifikat; laut Moonlight-Anleitung kannst du diese Warnung hier ignorieren [6]. Beim ersten Start legst du ein Konto an. Mach das sorgfältig: Wer Zugriff auf diese Oberfläche hat, kann neue Clients für deinen PC hinzufügen [6].
  4. Koppeln. Im selben Netzwerk findet Moonlight den Host meist von allein; sonst gibst du seine IP-Adresse ein. Moonlight zeigt eine PIN an, die du auf der PIN-Seite von Sunshine einträgst [6]. Jeder Moonlight-Client erzeugt beim Koppeln einen eigenen Schlüssel, ein Online-Konto dazwischen gibt es nicht [7]. Sunshine bringt Steam und den Desktop als fertige Einträge mit; weitere Spiele und Programme trägst du in der Weboberfläche ein [6].
  5. Moonlight auf dem Client. Offizielle Moonlight-Clients gibt es für Windows, macOS, Linux, Raspberry Pi 4, Steam-Link-Hardware, Android, Amazon-Fire-Geräte, iOS, Apple TV und ChromeOS. Die Community pflegt Portierungen für weitere Geräte, etwa Xbox-Konsolen und manche Smart-TVs [7][9]. Der PC-Client streamt auf geeigneten Geräten bis 4K mit HDR und bis 120 FPS [9]. Stand 25. Okt. 2026 ist Moonlight PC bei v6.2.0 vom 4. Okt. 2026, mit Versionen für Windows, macOS und Linux (Flatpak, Snap, AppImage) [10].

Encoder und Codec

Der Encoder ist der Teil der Grafikkarte, der Video komprimiert, ohne die Shader-Einheiten zu belasten. Sunshine kann H.264, HEVC und AV1 senden [1][8]. AV1 ist der jüngste der drei. NVIDIA nennt AV1-Kodierung für die GeForce-RTX-Serien 40 und 50, nicht für RTX 30 oder älter [12]. AMD bewirbt AV1-Kodierung für die Radeon-RX-7000-Serie [14], Intel listet AV1-Kodierung für Arc-GPUs [15]. Der Client muss denselben Codec dekodieren, prüf also auch sein Datenblatt. Kann der Client AV1 nicht in Hardware dekodieren, ist HEVC oder H.264 die sicherere Wahl.

Was Host und Netzwerk brauchen

Sunshines eigene Anforderungstabelle nennt unter anderem eine NVIDIA-Karte mit NVENC, AMD VCE 1.0 oder neuer oder Intel Quick Sync ab Skylake unter Windows, dazu 4 GB RAM und Windows 11 oder neuer, Ubuntu 22.04 oder neuer, Debian 13 oder neuer oder Fedora 43 oder neuer [1]. Fürs Netzwerk verlangt sie 5-GHz-WLAN nach 802.11ac auf Host und Client; für 4K schlägt sie auf beiden Seiten Ethernet über CAT5e oder besser vor [1]. Sunshine warnt, dass diese Tabellen noch in Arbeit sind und du danach keine Hardware kaufen sollst [1]. Wir halten uns an diese Warnung und nennen keine Produkte.

Ports, und warum sie zu bleiben

Standardmäßig nutzt Sunshine TCP 47984, 47989, 47990 (die Weboberfläche) und 48010, dazu UDP 47998 bis 48000 für Video, Steuerung und Ton [3][4]. Diese Ports müssen nur innerhalb deines Heimnetzes erreichbar sein. Sunshines UPnP-Option, die sie am Router automatisch öffnen würde, ist ab Werk aus [2]. Die Moonlight-Anleitung stellt diese UPnP-Option als automatischen Weg zum Streamen übers Internet vor [6]. Wir raten davon ab, weil es die Ports des Hosts für das ganze Internet öffnet. Die Weboberfläche ist ab Werk auf Geräte im lokalen Netz beschränkt (origin_web_ui_allowed = lan) [2]. Lass das so.

Von unterwegs: VPN statt Portfreigabe

Fürs Spielen von unterwegs bringst du Host und Client in dasselbe private Netz. Die Moonlight-Anleitung beschreibt dafür Tailscale und ZeroTier [6]. Prüf bei Tailscale, ob die Verbindung direkt ist: Führ tailscale ping <Gerät> aus. Kommt die Antwort auch nach ein paar Pings noch „via DERP“, reden die Geräte über einen geteilten Relay-Server, und laut Moonlight-Anleitung kannst du dann zwischen ihnen nicht streamen [6]. Wähl in Moonlight eine Bitrate, die mindestens 1 Mbit/s unter der Upload-Geschwindigkeit deines Heimanschlusses liegt [7]. Laut Moonlight-FAQ nutzen geeignete Geräte beim Streamen übers Internet standardmäßig volle Verschlüsselung [7]. Den PC von außen aufwecken klappt nicht mit jedem Router; Moonlight empfiehlt, ihn wach zu lassen, wenn du von unterwegs streamen willst [7].

Controller unter Windows

Seit den Sunshine-Versionen vom September 2026 braucht volle Unterstützung virtueller Gamepads unter Windows den separat installierten Virtual HID Driver mit kostenpflichtiger Lizenz; es gibt Dauer- und Jahreslizenzen [5]. Das kostenlose ViGEmBus bleibt als eingeschränkter Ersatz für die Emulation von Xbox-360- und DualShock-4-Controllern und wird nicht mehr mitgeliefert [1][5]. Den Lizenzpreis kennen wir nicht; prüf ihn in Sunshines Weboberfläche, bevor du dich auf Funktionen von PlayStation-Controllern verlässt.

Praxisbeispiel

Das ist ein Beispielaufbau, kein Test. Latenz und Bildqualität haben wir nicht gemessen.

  • Host: Desktop-PC mit einer GeForce-RTX-40-Karte, Windows 11, per Kabel am Router.
  • Client 1: Laptop im Wohnzimmer im 5-GHz-WLAN, Moonlight PC v6.2.0.
  • Client 2: Smartphone unterwegs im Mobilfunk, mit Tailscale auf Smartphone und Host.

Zu Hause ist HEVC der Startpunkt und AV1 eine Option, wenn der Laptop es in Hardware dekodieren kann. Für unterwegs nehmen wir eine erfundene Upload-Geschwindigkeit von 40 Mbit/s am Heimanschluss an: Nach Moonlights Regel bleibt die Bitrate bei höchstens 39 Mbit/s, im Mobilfunk senkst du sie weiter [7]. Ruckelt der Stream, öffne Moonlights Leistungsanzeige, die die Aufnahme- und Kodierlatenz des Hosts zeigt [8], und prüf das WLAN, bevor du der Grafikkarte die Schuld gibst.

Prüfliste

  • Aktualisiere Sunshine auf die aktuelle Version und notier die Versionsnummer.
  • Leg das Konto für die Weboberfläche an und lass origin_web_ui_allowed auf lan.
  • Kopple jeden Client zu Hause per PIN.
  • Schließ den Host per Kabel an und den Client per Kabel oder 5-GHz-WLAN.
  • Wähl den Codec, den Host und Client beide in Hardware beherrschen.
  • Lass UPnP in Sunshine und am Router aus und gib keine Streaming-Ports frei.
  • Nutz Tailscale oder ZeroTier für unterwegs und prüf mit tailscale ping, ob die Verbindung direkt ist.
  • Stell die Bitrate für unterwegs mindestens 1 Mbit/s unter deine Upload-Geschwindigkeit.
  • Entferne Clients, die du nicht mehr nutzt, in Sunshines Weboberfläche.

Passt dazu: LAN, WLAN oder Powerline: was senkt den Ping?; WireGuard oder Tailscale; UPnP; Medienserver und Transkodierung; Mini-PC fürs Homelab; Wake-on-LAN; CGNAT.

Primärquellen

Diese Quellen sind die Grundlage der Seite. Das heißt nicht, dass jede Aussage einzeln nachgeprüft wurde; ob ein Prüfbeleg vorliegt, steht oben unter „Stand“. Einordnung und Prüfliste sind unsere eigene Arbeit.

Für diese Fassung liegt noch kein dokumentierter Prüfbeleg vor. Der Text stützt sich auf die genannten Quellen.

Entstehung: Bytearium erstellt diese Seiten mit Unterstützung von KI und verantwortet die Veröffentlichung. KI kann sich irren, deshalb nennen wir Quellen und Prüfstand offen.

  1. LizardByteSunshine
  2. LizardByteSunshine documentation, Configuration
  3. LizardByteSunshine documentation, Docker
  4. LizardByteSunshine documentation, Advanced Usage
  5. LizardByteReleases, LizardByte/Sunshine
  6. Moonlight projectSetup Guide
  7. Moonlight projectFrequently Asked Questions
  8. Moonlight projectNVIDIA GameStream End Of Service Announcement FAQ
  9. Moonlight projectMoonlight Game Streaming
  10. Moonlight projectReleases, moonlight-stream/moonlight-qt
  11. The VergeNvidia ends support for its GameStream feature on Shield devices
  12. NVIDIACompare Current and Previous GeForce Series of Graphics Cards
  13. NVIDIAVideo Codec SDK
  14. AMDAMD Radeon RX 7000 Series Graphics Cards
  15. IntelVideo Codecs Supported by Intel Arc GPUs

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