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Hardware

Home Assistant: Pi, Mini-PC oder VM?

Home Assistant auf Green, Raspberry Pi, Mini-PC oder VM: Anforderungen laut Doku, Zigbee-Funk per USB oder Netzwerk und der Strom in Euro.

Home Assistant läuft auf fast allem, und genau deshalb fühlt sich die Hardwarewahl schwerer an als das Smart Home selbst. Die gute Nachricht: Eine falsche erste Wahl lässt sich billig korrigieren.

Kurz gesagt

Für die meisten heißt Home-Assistant-Hardware: Home Assistant Operating System (HAOS) auf einer Maschine, die sonst nichts tut. Das ist die Installationsart, die das Projekt empfiehlt [1][2]. Nimm Home Assistant Green, wenn es heute Abend laufen soll, ohne dass du etwas flashst, einen Raspberry Pi 4 oder 5 mit mindestens 2 GB RAM, wenn du schon einen besitzt, einen x86-64-Mini-PC, wenn du eine Reservemaschine mit mehr Luft willst, oder eine virtuelle Maschine, wenn du ohnehin einen Hypervisor betreibst. Home Assistant Container wählst du nur, wenn du schon Docker betreibst und ohne Apps leben kannst [1][2]. Die dokumentierten Mindestwerte sind klein, etwa 2 GB RAM und 2 virtuelle CPUs für eine VM [6]. Entscheidend sind weniger die Rechenleistung als drei Fragen: Wie viel vom Betriebssystem willst du selbst pflegen, wo kann dein Zigbee-Funkmodul stehen, und läuft der Host sowieso rund um die Uhr?

So funktioniert’s

Die Tabelle fasst zusammen, was die Home-Assistant-Dokumentation für jeden Weg nennt. Preise stehen bewusst nicht darin; sie folgen später mit Datum.

OptionWas die Doku nenntPasst, wennHaken
Home Assistant GreenHAOS vorinstalliert, vier Arm-Cortex-A55-Kerne mit 1,8 GHz, 4 GB RAM, 32 GB eMMC, 2 × USB 2.0, Gigabit-Ethernet [7]Es soll ohne Flashen laufenKein Zigbee-Funkmodul, Speicher fest
Raspberry Pi 5 oder 4HAOS-Image, mindestens 2 GB RAM, microSD-Karte (A2, mindestens 32 GB), Ethernet [4]Du hast schon einen PiVerschleiß der SD-Karte, passendes Netzteil
x86-64-Mini-PC64 Bit, UEFI-Start, Secure Boot aus, interner Startdatenträger mit 512-Byte-Sektoren [5]Du willst eine Reservemaschine mit LuftImage von Hand schreiben, Leerlaufverbrauch nicht in der Doku
Virtuelle Maschine (HAOS)UEFI, mindestens 2 GB RAM und 2 vCPUs, QCOW2- oder VDI-Image [6]Du betreibst schon einen HypervisorUSB-Funkmodul braucht Passthrough, Hostausfall legt alles lahm
ContainerDocker Engine ab 23.0.0, das Betriebssystem stellst du selbst [5]Du betreibst schon DockerKeine Apps, Updates von Hand, Thread und Z-Wave brauchen Mehraufwand [1]
  1. Zwei unterstützte Installationsarten. Die Installationsseite nennt Home Assistant Operating System und Home Assistant Container [1]. HAOS ist ein schlankes Betriebssystem, das Home Assistant, den Supervisor für die Updates und die Unterstützung für Apps enthält. Apps sind zusätzliche Softwarepakete, die neben Home Assistant laufen, ältere Anleitungen nennen sie Add-ons. Container betreibt Home Assistant als Docker-Container auf einem Linux-System, das du selbst pflegst, ohne Apps [2]. In älteren Artikeln liest du vielleicht noch von „Core“ und „Supervised“. Das Projekt hat am 22. Mai 2025 angekündigt, dass der Support für beide mit Version 2025.12 endet, und die FAQ nennt sie heute nicht mehr angeboten und nicht mehr unterstützt [2][3]. Ignoriere Anleitungen, die sie empfehlen.
  2. Home Assistant Green. Green wird mit installiertem HAOS ausgeliefert. Der Hersteller nennt einen Rockchip RK3566 mit vier Cortex-A55-Kernen bei 1,8 GHz, 4 GB RAM, 32 GB eMMC-Speicher, zwei USB-2.0-Anschlüsse und Gigabit-Ethernet und gibt rund 1,7 W im Leerlauf und rund 3 W unter Last an, beides bei 12 V angegeben [7]. Die empfohlene Preisangabe auf der Herstellerseite lag bei unserem Abruf am 25.10.2026 bei 179 € inklusive Steuern. Die Händler legen ihre Preise selbst fest, also schau in den Shop [7]. Green hat kein Zigbee- oder Thread-Funkmodul. Der Adapter des Herstellers, Connect ZBT-2, steht auf dieselbe Weise mit 45 € inklusive Steuern auf der Seite, wird mit einem 1,5 m langen USB-Kabel geliefert und arbeitet entweder als Zigbee- oder als Thread-Adapter, nicht beides zugleich [8].
  3. Raspberry Pi. Die Raspberry-Pi-Anleitung verlangt einen Pi 5 oder Pi 4 mit mindestens 2 GB RAM, eine microSD-Karte der Application Class 2 (achte auf das A2-Zeichen) mit mindestens 32 GB und Ethernet, das sie zuverlässiger als WLAN nennt [4]. Ein Pi 3 taucht nur in der Container-Anleitung auf [1]. Nimm ein passendes Netzteil: Die Anleitung warnt, dass Handyladegeräte und USB-Anschlüsse am Computer womöglich nicht genug liefern [4]. Für den Pi 5 empfiehlt Raspberry Pi sein 27-W-USB-C-Netzteil [12]. Raspberry Pi nennt für die nackte Platine einen typischen Strom im Betrieb von 800 mA [12] und sagt, die Spitzenaufnahme steige bei hohen Lasten auf rund 12 W [13]. Die Datenbank von Home Assistant schreibt ständig. Die Recorder-Dokumentation warnt, dass das bei einem Pi mit SD-Karte die Reaktionszeit und die Lebensdauer der Karte beeinträchtigen kann, und rät zu einem größeren Commit-Intervall wie 30 Sekunden, zu weniger gespeicherten Daten oder zur Ablage an anderer Stelle [10].
  4. x86-64-Mini-PC. Die Doku setzt eine eigene Maschine voraus, die im UEFI-Modus startet, mit abgeschaltetem Secure Boot. Eine interne SATA-Platte, eine M.2-SSD oder eMMC ist der übliche Startdatenträger, eine externe USB-SSD ist möglich, wird aber nicht empfohlen. Manche NVMe-SSDs und Festplatten nutzen ausschließlich native 4K-Sektoren, und davon kann HAOS nicht starten [5]. HAOS hat keinen Installer: Du schreibst das Image selbst, entweder von einem Ubuntu-USB-Stick aus oder direkt auf den Datenträger [5]. Zum Stromverbrauch solcher Maschinen nennt die Doku keine Zahl, die Leerlaufwatt musst du also selbst messen. Was einen Mini-PC ausmacht, findest du unter „Passt dazu“.
  5. Virtuelle Maschine. Die Linux-Anleitung bietet das HAOS-Image als QCOW2 für KVM und als VDI für VirtualBox an, verlangt mindestens 2 GB RAM und 2 CPUs, besteht auf UEFI und empfiehlt einen überbrückten Netzwerkadapter (Bridge), damit Home Assistant in deinem LAN erreichbar ist [6]. In den Unraid-Schritten steht eine Standard-Plattengröße von 32 GB [6]. Unter Proxmox VE hängst du das QCOW2-Image mit qm disk import ein, und eine UEFI-VM braucht eine EFI-Disk, damit die Starteinstellungen erhalten bleiben [14][15]. Ein USB-Dongle erreicht die VM per USB-Passthrough. Die Home-Assistant-Anleitung zeigt das für KVM mit virt-install --hostdev [6]. Proxmox warnt, dass USB-Passthrough vom Host die VM an diesen Host bindet, du sie also nicht im laufenden Betrieb auf einen anderen verschieben kannst [15]. Die Dokumentation selbst sagt, wer mit virtuellen Maschinen nicht vertraut ist, solle HAOS direkt auf einem Pi oder ähnlicher Hardware installieren [6].
  6. Container. Der Docker-Weg braucht Docker Engine ab 23.0.0. Docker Desktop funktioniert nicht [5]. Der dokumentierte Startbefehl nutzt einen privilegierten Container und das Host-Netzwerk, und USB-Geräte musst du von Hand hineinreichen, zum Beispiel mit --device /dev/ttyUSB0:/dev/ttyUSB0 [5]. Apps gibt es nicht. Manche Integrationen wie Thread und Z-Wave werden über Apps gesteuert und sind bei Container nicht von Haus aus unterstützt [1]. Das ist in Ordnung, wenn du MQTT-Broker, Zigbee-Software und Ähnliches ohnehin als Container betreibst. Sonst baust du von Hand nach, was HAOS mitbringt.
  7. Das Funkmodul entscheidet mehr als die CPU. In ZHA, der Zigbee-Integration von Home Assistant, ist der Koordinator der Funkadapter, meist ein USB-Dongle im selben Rechner, auf dem Home Assistant läuft [9]. Zigbee arbeitet im 2,4-GHz-Band, und die Doku nennt USB-3-Anschlüsse, ungeschirmte USB-3-Geräte und -Kabel sowie WLAN-Access-Points als Störquellen. Sie empfiehlt einen USB-2.0-Anschluss oder einen aktiven USB-2.0-Hub, ein langes geschirmtes Verlängerungskabel und eine Position in der Mitte des Hauses [9]. Ein Server im Kellerrack ist ein schlechter Ort für einen Dongle. Es gibt einen zweiten Weg: ZHA nimmt auch netzwerkverbundene Koordinatoren an, die als socket:// angesprochen werden. Die Dokumentation warnt davor, einen Koordinator über einen Seriell-über-IP-Proxy per WLAN, WAN oder VPN zu betreiben, weil die seriellen Protokolle Paketverluste und Verzögerungen nicht verkraften [9]. Eine Empfehlung für ein bestimmtes verkabeltes Netzwerk-Koordinatormodell haben wir in dieser Doku nicht gefunden, das bleibt also unbelegt. Unsere Einschätzung: Ein Koordinator im verkabelten LAN am selben Switch ist die vorsichtigere der Netzwerkvarianten, und USB mit Verlängerungskabel bleibt die erste Wahl, wo es passt. Wechselst du das Funkmodul später, bietet ZHA eine Migrationsfunktion [9].
  8. Strom in Euro. Watt werden über die Zeit zu Kilowattstunden: kWh pro Jahr = Watt × 8.760 h ÷ 1.000. Die Kosten ergeben sich aus deinem Preis pro kWh. Die BDEW-Analyse vom August 2026 nennt als Haushaltsdurchschnitt für das bisherige Jahr 2026 37,0 ct/kWh [16][17]. Setz deinen eigenen Preis ein. Den Durchschnitt nutzen wir hier als Platzhalter.
  9. Der Umstieg ist billig. Ein Backup lässt sich beim Onboarding auf einem neuen Gerät wiederherstellen, und das neue Gerät darf ein anderer Typ sein, zum Beispiel ein Ersatz für einen Pi [11]. Stecke Funkmodule zuerst am neuen Gerät an, halte den Verschlüsselungsschlüssel aus dem Backup-Notfallset bereit und achte darauf, dass das neue Gerät mehr Speicher hat, als das alte belegt, plus mindestens 2 GB frei. Die Doku nennt für die Wiederherstellung einer größeren Installation etwa 45 Minuten [11]. Wechselt das Funkmodul, migrierst du außerdem das Zigbee-Netz [9][11]. Unsere Einschätzung: Damit ist es vernünftig, klein anzufangen und erst bei einer echten Grenze aufzusteigen.

Ein Entscheidungsbeispiel (angenommener Aufbau, nicht unserer)

Stell dir eine Wohnung auf zwei Etagen vor, einen Proxmox-Host im Kellerschrank, der ohnehin rund um die Uhr läuft, und etwa 20 geplante Zigbee-Geräte. In unserem Inventar kommt Home Assistant Stand 25.10.2026 nicht vor, das hier ist also ein Gedankenexperiment mit angenommenen Zahlen.

Variante A ist eine HAOS-VM auf dem Host mit dem Dongle an einem 1,5-m-Kabel. Sie braucht keine neue Hardware, aber das Funkmodul sitzt dann neben anderen Rechnern in einer Gebäudeecke, das Gegenteil der Platzierung, die die Doku empfiehlt. Variante B ist eine HAOS-VM auf dem Host mit einem verkabelten Netzwerk-Koordinator im Flur. Variante C ist ein Green im Flur mit einem ZBT-2 am Kabel. Das kostet zu den empfohlenen Herstellerpreisen vom 25.10.2026 179 € plus 45 €, zusammen 224 €, und nach der Rechnung unten für den Green selbst im Leerlauf rund 5,51 € Strom im Jahr. Unsere Einschätzung: Die Funkplatzierung schlägt meist alles andere, deshalb gewinnt C oder ein Pi im Flur, es sei denn, du brauchst den VM-Host ohnehin für anderes. Läuft der Host schon, kommt mit A oder B kaum ein neues Gerät hinzu.

Die Rechnung mit dem Platzhalterpreis von 0,37 €/kWh:

kWh/Jahr = Watt × 8.760 h ÷ 1.000          Kosten = kWh × 0,37 €

Green, Leerlauf 1,7 W (Herstellerangabe):    14,9 kWh  →  5,51 €
Green, Last 3 W (Herstellerangabe):          26,3 kWh  →  9,72 €
Pi 5, 0,8 A × 5,1 V ≈ 4,1 W
  (typischer Betriebsstrom der nackten Platine,
   ohne Zubehör, ohne Netzteilverluste):     35,7 kWh  → 13,22 €
Mini-PC, angenommen 8 / 15 / 25 W (nicht gemessen):
                                   70,1 / 131,4 / 219,0 kWh → 25,93 / 48,62 / 81,03 €

Die Mini-PC-Werte sind Annahmen, die die Spanne zeigen sollen, keine Messungen. Der Pi-Wert ist der dokumentierte Betriebsstrom, keine Leerlaufmessung. Bei einer VM auf einem bestehenden Host sind die Kosten die zusätzliche Last auf diesem Host, die wir nicht gemessen haben. Miss deinen eigenen Host mit einem Zwischenstecker und nutze den Guide zu den Stromkosten unter „Passt dazu“.

Prüfliste

  • Entscheide, ob du ein Betriebssystem selbst pflegen willst. Wenn nicht, wähle HAOS auf eigener Hardware.
  • Prüfe, ob die Hardware die Doku erfüllt: Pi 4 oder 5 mit mindestens 2 GB, x86-64 mit UEFI, VM mit mindestens 2 GB RAM und 2 vCPUs.
  • Prüfe den Startdatenträger: eine A2-microSD-Karte mit mindestens 32 GB beim Pi, ein interner Datenträger ohne reine 4K-Sektoren beim x86-64-Rechner.
  • Prüfe das Netzteil, bevor du die Software verdächtigst, besonders beim Pi 5.
  • Stecke den Zigbee-Adapter an einen USB-2.0-Anschluss oder einen aktiven USB-2.0-Hub, an ein Verlängerungskabel, fern von USB-3-Geräten und WLAN-Access-Points.
  • Entscheide dich nur für eine VM, wenn du den USB-Dongle durchreichen kannst, und denk daran, dass Passthrough die VM an ihren Host bindet.
  • Nutze einen Netzwerk-Koordinator nur im verkabelten LAN, nie über WLAN, WAN oder VPN.
  • Schalte automatische Backups ein, lege eine Kopie außerhalb des Geräts ab und bewahre den Schlüssel aus dem Notfallset getrennt auf.
  • Erhöhe das Recorder-Commit-Intervall oder schließe gesprächige Entitäten aus, wenn du von einer SD-Karte läufst.
  • Halte so viel freien Speicher vor, wie deine Datenbank groß ist, wie es die Recorder-Dokumentation verlangt.
  • Miss den Leerlaufverbrauch deines Hosts und rechne die Euro mit deinem eigenen Preis aus.

Primärquellen

Diese Quellen sind die Grundlage der Seite. Das heißt nicht, dass jede Aussage einzeln nachgeprüft wurde; ob ein Prüfbeleg vorliegt, steht oben unter „Stand“. Einordnung und Prüfliste sind unsere eigene Arbeit.

Für diese Fassung liegt noch kein dokumentierter Prüfbeleg vor. Der Text stützt sich auf die genannten Quellen.

Entstehung: Bytearium erstellt diese Seiten mit Unterstützung von KI und verantwortet die Veröffentlichung. KI kann sich irren, deshalb nennen wir Quellen und Prüfstand offen.

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