Deine Konsole bewertet dein Heimnetz wie ein Türsteher: „Open“, „Moderate“ oder „Strict“. Die Note sagt weniger über Tempo und mehr darüber, wer durch die Tür kommt.
Kurz gesagt
Ein NAT-Typ ist das Etikett einer Konsole dafür, wie gut andere Spieler dich durch die Adressübersetzung (NAT) deines Routers erreichen. Xbox nennt die Klassen Open, Moderate und Strict [3], PlayStation verwendet Typ 1 bis 3 [6], die Nintendo Switch A bis F [5]. Die IETF beschreibt das zugrunde liegende Verhalten anders, mit getrennten Regeln für Mapping und Filtering [1][2]. Unsere Einschätzung: Das Etikett zählt vor allem bei Peer-to-Peer-Spielen und Partychat. Eine schnelle Leitung mit strikter NAT kann trotzdem längere Matchsuche oder weniger erreichbare Spieler bedeuten.
So funktioniert’s
- Was NAT tut. Dein Router übersetzt private Adressen in die öffentliche Adresse deines Anschlusses. Für UDP legt RFC 4787 fest, wie: ein Mapping-Verhalten (welchen öffentlichen Port ein interner Port bekommt) und ein Filtering-Verhalten (welche Pakete von außen hereindürfen) [1].
- Mapping. Es gibt drei: Endpoint-Independent, Address-Dependent sowie Address and Port-Dependent [1]. RFC 4787 sagt, ein NAT muss Endpoint-Independent Mapping haben, weil sonst Verfahren zur NAT-Durchquerung scheitern und ein UDP-Relay nötig wird [1].
- Filtering. Wieder drei: Endpoint-Independent, Address-Dependent sowie Address and Port-Dependent [1]. Für Anwendungstransparenz empfiehlt der RFC Endpoint-Independent Filtering, für strengeres Filtern Address-Dependent Filtering [1]. Der RFC hält fest, dass die Wahl beim Mapping die Sicherheit nicht ändert, das Filtering schon [1].
- Erkennung. RFC 5780, ein experimenteller RFC, beschreibt, wie ein STUN-Client das Verhalten des vorgelagerten NAT herausfinden kann [2].
- Die Konsolen-Etiketten. Microsofts Entwicklerdokumentation definiert Open als Verbindung mit jeder Konsole, Moderate als Verbindung mit Moderate- oder Open-Konsolen und Strict als Verbindung nur mit Open-Konsolen [3]. Nintendos Testseite sagt, der Typ reiche von A (am besten für Peer-to-Peer) bis F (Peer-to-Peer nicht möglich) [5]. Epics PlayStation-Hilfe beschreibt Typ 1 als direkt mit dem Internet verbunden, Typ 2 als hinter einem Router mit einigen eingeschränkten Funktionen und Typ 3 als hinter einem Router mit eingeschränkter Konnektivität [6]. Sonys eigene Seite war nicht abrufbar, dieser Teil stützt sich daher auf die Zusammenfassung eines Spielepublishers. Keine dieser Seiten sagt, für welches RFC-Verhalten ein Etikett steht.
- Was es ändert. Automatische Portfreigabe per UPnP oder PCP oder eine manuelle Portweiterleitung im Router [4][7]. Beides braucht eine Adresse, die aus dem Internet erreichbar ist: AVM nennt für die automatische Freigabe eine IPv6-Adresse oder eine öffentliche IPv4-Adresse als Voraussetzung [7], und eine vom Anbieter geteilte IPv4-Adresse (Carrier-Grade NAT) blockiert eingehendes IPv4 [8].
Ein Praxisbeispiel
Deine Switch meldet NAT-Typ D. Prüfe zuerst den Anschluss, nicht die Konsole: In einer FRITZ!Box zeigt der Online-Monitor, ob der Router eine öffentliche IPv4-Adresse hat oder nur eine geteilte [8]. Ist die Adresse öffentlich, aktiviere die automatische Portfreigabe für die Konsole oder leite die Ports weiter, die dein Spiel nennt. Für Xbox nennt die veröffentlichte Liste unter anderem UDP 3074 und 3544 und sagt, die Weiterleitung erfolge im Router, nicht in der Konsole [4]. Starte danach den Test der Konsole erneut [5]. Unser Inventar (Stand 14. bis 16. Okt. 2026) führt einen UniFi-Router mit Firewall; seine NAT- und Port-Einstellungen sind nicht erfasst, deshalb sagen wir hier nichts dazu.
Prüfliste
- Starte den Verbindungstest deiner Konsole und notiere Etikett und Datum [3][5][6].
- Prüfe, ob dein Router eine öffentliche IPv4-Adresse hat [8].
- Nutze UPnP oder PCP nur, wenn du akzeptierst, dass Geräte selbst Ports öffnen können [7].
- Leite sonst die Ports weiter, die Spiel oder Konsolenhersteller nennen [4].
- Wiederhole den Test nach jeder Änderung; ändere immer nur eine Sache.
- Trage die endgültige Einstellung in deine Netzwerknotizen ein.