Deine Freunde drängeln am Spawn, und dein Rechner wird zum Dorfbrunnen, an dem alle Wasser holen. Dann lohnt sich ein Blick darauf, was dahintersteckt.
Kurz gesagt
Ein Java-Edition-Server für Freunde läuft auf bescheidener Technik: ordentlicher Takt pro Kern, ein paar Gigabyte RAM, ein aktuelles Java und etwas Speicherplatz. Schwierig ist nicht das Spiel. Schwierig sind der Internetanschluss, die Backups und die Stromrechnung. Wir gehen alles der Reihe nach durch und markieren, wo sich Quellen widersprechen oder wo wir unsere eigene Einschätzung geben.
So funktioniert’s
- Technik, auf die es ankommt. Laut Minecraft Wiki läuft ein Survival-Server mit 4–8 Spielern auf den meisten modernen Rechnern [1]. Der Server nutzt meist nur einen CPU-Kern, deshalb zählt der Takt pro Kern mehr als die Kernzahl [1]. Die ältere Anforderungsseite des Wikis ergänzt, dass typischerweise höchstens drei Kerne genutzt werden und Hyper-Threading kaum hilft [5]. Eine Grafikkarte brauchst du nicht [1]. Als Untergrenze für kleine Server nennt das Wiki Einsteiger-CPUs der 8. Intel-Generation oder der Ryzen-2000-Klasse [1]. Das ist eine Orientierung, kein Kauftipp. Reserviere mindestens 5 GB Plattenplatz für die Welt, denn sie wächst [1]. Nimm Kabel statt WLAN [1]. Die Anforderungstabelle des Wikis erwähnt eine SSD nur in der obersten Stufe [5]. Wir halten eine SSD für sinnvoll, weil der Server laufend Weltdaten schreibt. Das ist unsere Einschätzung, keine belegte Aussage.
- Java-Version. Stand 18. Okt. 2026 führt das Minecraft Wiki 26.3 (veröffentlicht am 15. Sept. 2026) als aktuelle Java-Edition-Version und Java SE 25 als Mindestversion [3]. Java 25 ist seit 26.1 Pflicht [4]. Die Versionen 1.20.5 bis 1.21.11 brauchen Java 21 [4]. Für einen Server installierst du die Java-Laufzeit selbst, und die offizielle Download-Seite verlangt ein passendes Java [18]. Das Java im Launcher hilft nur dem Spiel-Client [4]. Die ältere Anforderungsseite des Wikis nennt noch „Java 8 oder höher“, nimm sie also als veraltet [5]. Prüfe immer die Versionsseite für die Version, die du wirklich betreibst. Eigene Serversoftware wie PaperMC gibt es auch, Mojang unterstützt sie aber nicht [1].
- RAM und Garbage Collection. Java räumt ungenutzte Objekte in Durchgängen auf, der sogenannten Garbage Collection (GC). Währenddessen kann das Spiel ruckeln.
-Xmxlegt den maximalen Speicher für Java fest,-Xmsdie Startmenge [1]. Für einen kleinen Survival-Server nennt das Wiki 2 GB mehr als ausreichend für fünf Spieler mit Standardeinstellungen, größere Server brauchen womöglich 4 GB [1]. Zu wenig Speicher führt zu häufigen GC-Pausen [1]. Zu viel kann laut Wiki auf Java 8 lange GC-Pausen machen [1]. Oracle beschreibt G1 als Standard-Collector, der Pausenziele einzuhalten versucht [9]. Oracle rät außerdem, möglichst viel Speicher zu vergeben, solange Pausen kein Problem sind, und das Maximum unterhalb der Grenze zu halten, an der das System auslagert [8][9]. PaperMC empfiehlt für seine Startparameter 6–10 GB, sagt aber auch, dass mehr Speicher ab einem Punkt kaum noch etwas bringt [7]. Außerdem sollst du 1–1,5 GB für das Betriebssystem übrig lassen [7]. Die Quellen nennen also keine einheitliche Zahl. Unser Fazit: Starte für Freunde mit 2–4 GB, geh nie über deinen echten RAM und erhöhe erst, wenn es ruckelt. Speicher, den du Java gibst, fehlt deinem System und anderen Programmen. Eine übliche Startzeile sieht so aus:java -Xms1G -Xmx4G -jar server.jar --nogui[1]. Für Belege statt Bauchgefühl dokumentiert PaperMC ein GC-Log,-Xlog:gc*:logs/gc.log:time,uptime:filecount=5,filesize=1M[7]. Bleibt das Ruckeln, senkesimulation-distance(Standard 10) [2].
- Ports und dein Anschluss. Der Standardport ist 25565, das Wiki beschreibt ihn als TCP-Port [2]. Die optionale Query-Funktion nutzt einen UDP-Port und ist standardmäßig aus [2]. Ein Router blockt eingehende Verbindungen normalerweise. Mit einer Portweiterleitung gibst du ihm die Anweisung, Verbindungen für einen Port an die interne Adresse deines Servers zu leiten [1]. Gib dem Server eine feste interne Adresse, öffne den Port in der Firewall des Servers und nutze dynamisches DNS, falls sich deine öffentliche Adresse ändert [1]. Hängst du hinter zwei Routern, musst du auf dem Router weiterleiten, der am Internet hängt [1]. Dann kommt der deutsche Haken. DS-Lite ist ein Verfahren, bei dem der Anbieter zu wenige öffentliche IPv4-Adressen hat und IPv4-Verkehr durch einen IPv6-Tunnel schickt. AVM schreibt, dass bei DS-Lite Server im Heimnetz aus dem Internet nicht per IPv4 erreichbar sind [10]. AVM ergänzt, dass der IPv4-Zugriff eine öffentliche IPv4-Adresse braucht und eine private nicht genügt [11]. CGNAT heißt: Ein NAT auf Anbieterseite teilt eine IPv4-Adresse unter vielen Kunden auf, und Kunden haben darauf kaum oder keinen Einfluss [12]. Ein deutscher Anbieter dokumentiert das offen, samt Bereich 100.64.0.0/10, und bietet eine öffentliche IPv4-Adresse als Option an [13]. Das kannst du tun: beim Anbieter nach einer öffentlichen IPv4-Adresse fragen, IPv6 nutzen, wenn auch deine Mitspieler es haben [10][11], oder ein VPN einsetzen [1]. Das Wiki rät Spielern weiterhin zu IPv4, ein reiner IPv6-Betrieb ist also etwas, das du selbst testen musst [1]. AVM nennt außerdem PCP, ein Protokoll, mit dem Portfreigaben beim Anbieter angefragt werden können, sofern der Anbieter es unterstützt [10]. Eine Seite der Bundesnetzagentur oder Verbraucherzentrale haben wir nicht gefunden. Deshalb sagen wir nicht, wie viele deutsche Anschlüsse betroffen sind.
- Sicherheit. Schalte die Whitelist ein, die Liste der Spieler, die beitreten dürfen [1]. Sie funktioniert nur mit
online-mode, der jeden Spieler gegen Mojangs Konten prüft [1]. Der Standard isttrue, und das Wiki sagt, du sollst ihn nur für Server ohne Internetverbindung abschalten [2]. Halte den Server aktuell [1]. Öffne in der Firewall nur den Minecraft-Port [1]. Sei vorsichtig mit UPnP, denn Geräte können damit selbst Ports öffnen [11]. Betreibe den Server nicht als Administrator oder root [1]. Lassenable-rconaus, denn laut Wiki ist rcon nicht verschlüsselt [2]. Ein anderer Port oderenable-status=falsemacht dich für Scanner weniger sichtbar [1]. Beim Whitelist-Standard widerspricht sich das Wiki: Eine Seite sagt „standardmäßig aus“, eine andere listetwhite-list=truein der Standarddatei von 26.3 [1][2]. Schau in deine eigeneserver.propertiesund prüfe es.
- Backups. Deine Welt liegt in dem Ordner, den
level-namenennt, standardmäßigworld[2]. Sichere diesen Ordner plusserver.properties,ops.jsonundwhitelist.json[1][2]. Für eine Kopie bei laufendem Server nutzt du diese Reihenfolge in der Konsole:save-off, dannsave-all flush, dann den Ordner kopieren, dannsave-on[6].save-offstoppt das Schreiben in die Weltdateien,save-all flushschreibt sofort alles auf die Platte, und die Einstellung wird bei einem Neustart zurückgesetzt [6]. Warte, bis die Konsole das Speichern bestätigt, bevor du kopierst. Den Server zu stoppen und dann zu kopieren ist unserer Ansicht nach einfacher und sicherer. Halte dich an die 3-2-1-Regel: drei Kopien, zwei Arten von Speichermedien, eine davon an einem anderen Ort [15]. Die CISA rät außerdem, Wiederherstellungen zu testen [15]. Spiel das Backup also in einen frischen Ordner zurück und starte es auf einem freien Port, zum Beispiel mitjava -jar server.jar --port 25566 --nogui[1]. Ein Backup, das du nie zurückgespielt hast, ist nur eine Hoffnung.
- Strom. Miss, statt zu raten. Ein Zwischenstecker-Messgerät zwischen Steckdose und Gerät zeigt dir die Watt [14]. Die Formel lautet Watt × Stunden ÷ 1.000 = kWh, und Kosten = kWh × Preis pro kWh [14]. Hier ein Rechenbeispiel, keine Messung: Ein Rechner mit durchschnittlich 40 W verbraucht 40 W × 24 h = 960 Wh = 0,96 kWh pro Tag. Mal 365 Tage sind das 350,4 kWh pro Jahr. Bei 15 W sind es 131,4 kWh, bei 100 W sind es 876 kWh. Multipliziere mit deinem eigenen Tarif, denn einen Preis nennen wir nicht. Miss im Leerlauf und unter Last. In der Standarddatei von 26.3 steht
pause-when-empty-secondsauf 60, das pausiert den Server, sobald so lange niemand online war [2]. Das spart Arbeit, aber nicht den Grundverbrauch des Rechners. Unseren Stromrechner LobbyLoom gibt es auch, aber Stift und Papier erledigen dieselbe Rechnung.
- Regeln. Laut EULA darfst du die Server-Software der Java Edition installieren und Online-Spiel hosten [16]. Mit dem Download der Server-Software stimmst du der EULA zu [18]. Die Minecraft-Nutzungsrichtlinien sagen, dass du einen Server betreiben und unter Bedingungen Geld für den Zugang verlangen darfst, etwa dass nur Spieler mit einer rechtmäßig erworbenen Spielkopie beitreten dürfen [17]. Geld, Werbung und Shops sind ein eigenes Feld. Laut EULA kann Mojang diese Richtlinien ändern oder Erlaubnisse zurückziehen [16]. Das ist keine Rechtsberatung, lies die aktuellen Richtlinien.
Ein Homelab-Beispiel
Bytearium-Beleg: In unserem Homelab betreiben wir einen Spieleserver auf einem DL380 Gen10, auf dem ein ARK-Survival-Ascended-Cluster läuft (Stand 14.–18. Okt. 2026). Außerdem planen wir AI Survivor (Byte spielt Minecraft im Stream). Messwerte oder Spielerzahlen veröffentlichen wir hier nicht.
Allgemeines Beispiel, keine Bytearium-Zahl: Nehmen wir an, du hostest fünf Freunde auf einem übrigen Desktop. Du wählst 3 GB Heap, leitest 25565/TCP weiter, trägst fünf Namen in die Whitelist ein und steckst ein Messgerät zwischen Wand und PC. Eine Woche lang notierst du Watt im Leerlauf und unter Last und setzt sie in die Formel aus Punkt 7 ein. Dann planst du den Backup-Ablauf aus Punkt 6 jede Nacht und spielst einmal im Monat die neueste Kopie auf einem freien Port zurück. Zeigt der Router eine private oder geteilte IPv4-Adresse, ist Schritt eins ein Anruf beim Anbieter und keine Portregel. Für vier bis acht Spieler reicht laut Wiki Technik dieser Klasse [1], ein Rack-Server ist also nicht nötig.
Prüfliste
- Prüfe, welche Minecraft-Version du betreibst und welche Java-Version ihre Versionsseite verlangt.
- Installiere eine passende Java-Laufzeit und teste sie mit
java -version, bevor du den Server startest. - Setze
-Xmxauf einen Wert, den dein echter RAM trägt, und lass Platz fürs Betriebssystem. - Prüfe, ob dein Router eine öffentliche IPv4-Adresse bekommt oder nur eine private oder geteilte.
- Lege die Portweiterleitung für 25565/TCP an und gib dem Server eine feste interne Adresse.
- Aktiviere die Whitelist, lass
online-mode=trueund lies deine eigeneserver.properties. - Starte den Server als normaler Benutzer, nie als Administrator oder root.
- Baue eine Backup-Routine mit
save-off,save-all flush,save-onund lege eine Kopie an einem anderen Ort ab. - Spiel ein Backup auf einem freien Port zurück und miss den Strom im Leerlauf und unter Last mit einem Zwischenstecker.