RCON ist der Zweitschlüssel zur Konsole deines Minecraft-Servers. Am Schlüsselbund gut, auf der Fußmatte vor der Haustür weniger.
Kurz gesagt
RCON (Remote Console) ist ein TCP/IP-basiertes Protokoll, mit dem Serveradministratoren von einem anderen Rechner aus Befehle auf einem Minecraft-Java-Server ausführen [1]. Es setzt das Source-RCON-Protokoll um und wurde in der Java Edition Beta 1.9 Prerelease 4 eingeführt [1]. Es ist standardmäßig aus und braucht ein Passwort [2]. Das Wiki warnt, RCON sei nicht verschlüsselt, und es sei gefährlich, den Port ins Internet zu öffnen [1]. Unsere Einschätzung: Nutze RCON nur im LAN oder durch einen verschlüsselten Tunnel.
So funktioniert’s
- Einschalten. In der
server.propertiessetzt duenable-rcon=true, ein Passwort beircon.passwordund optional einen Port beircon.port. Der Standardport ist 25575 [1][2]. - Schutzmechanismus. Ist das Passwort leer und RCON aktiviert, startet der Server RCON nicht [2]. Außerdem steht
enable-rconstandardmäßig auf false, ein frischer Server hat also keinen RCON-Listener [2]. - Protokoll. Ein Client schickt ein Login-Paket mit dem Passwort, danach Befehlspakete. Eine Request-ID von -1 in der Antwort bedeutet, dass die Anmeldung fehlschlug [1]. Die Ausgabe kann auf mehrere Pakete mit bis zu 4096 Byte verteilt sein [1].
- Clients. Viele Bibliotheken setzen das Protokoll um. Das kleine Kommandozeilenwerkzeug
mcrconliest Host, Port und Passwort aus den UmgebungsvariablenMCRCON_HOST,MCRCON_PORTundMCRCON_PASSund startet im Terminalmodus, wenn du keinen Befehl angibst [5]. - Ein Tunnel für mehr Sicherheit. SSH kann die Verbindung transportieren. Die Option
LocalForwardin derssh_configleitet einen lokalen TCP-Port durch den verschlüsselten Kanal, und die Bind-Adresselocalhosthält den lauschenden Port lokal auf deinem Rechner [4]. Den Client richtest du dann auflocalhost. - Der neuere Weg. Aktuelle Java-Versionen haben zusätzlich ein Minecraft Server Management Protocol. Es ist standardmäßig deaktiviert, lauscht standardmäßig auf
localhost, hat TLS standardmäßig aktiv und verlangt ein Geheimnis aus 40 alphanumerischen Zeichen [3][2]. Unsere Einschätzung: Für ältere Setups ersetzt es RCON nicht, ist aber gut zu kennen, wenn du Werkzeuge für aktuelle Versionen baust.
Ein Serverbeispiel
In unserem Inventar (Stand 14. bis 16. Okt. 2026) ist keine RCON-Konfiguration erfasst; das hier ist ein erfundener Heimserver. Du betreibst Minecraft auf einem Mini-PC und willst per nächtlichem Skript save-all und stop senden. Du aktivierst RCON mit einem langen Zufallspasswort, hältst Port 25575 zum Internet geschlossen und startest mcrcon auf demselben Rechner mit dem Passwort in MCRCON_PASS [5]. Für Administration vom Laptop öffnest du zuerst einen SSH-Tunnel und richtest den Client dann auf localhost [4]. Schreib das Passwort nicht in Skripte, die du eincheckst; nimm eine Umgebungsvariable oder eine Datei mit eingeschränkten Rechten (unsere Einschätzung).
Prüfliste
- Setze ein langes, einmaliges
rcon.passwordund committe es nie [2]. - Leite Port 25575 nicht im Router weiter [1].
- Erreiche RCON über SSH, mit
LocalForwardanlocalhostgebunden [4]. - Setze
broadcast-rcon-to-ops=false, wenn Operatoren RCON-Befehle nicht sehen sollen; in der Beispieldatei des Wikis steht true [2]. - Teste einen harmlosen Befehl wie
list, bevor dustopautomatisierst [5]. - Sieh dir auf neuen Versionen das Management-Protokoll an, halte aber sein Geheimnis privat [3].