Auf dem Slot steht M.2, auf dem Laufwerk steht M.2, und trotzdem verstehen sich die beiden womöglich nicht. Die Kerbe im Anschluss entscheidet.
Kurz gesagt
M.2 ist ein Formfaktor samt Steckverbinder für kleine interne Karten und keine Geschwindigkeitsklasse. Er kann PCIe, SATA oder USB führen, in vielen Breiten und Längen, und die Kerben (Keys) im Anschluss zeigen, für welche Schnittstelle eine Karte gebaut ist [1][2][6]. Ein Code wie 2280 nennt die Größe: 22 mm breit, 80 mm lang [3][5]. Unsere Einschätzung: Prüfe Größe, Key und Schnittstelle vor dem Kauf, denn „passt“ und „funktioniert“ sind zwei verschiedene Fragen.
So funktioniert’s
- Ein Formfaktor, kein Protokoll. SNIA beschreibt M.2 (früher NGFF) als Formfaktor für intern montierte SSDs, der PCIe, SATA und USB unterstützt. Er ist kleiner als eine 2,5-Zoll-SSD und in der Regel steckbar [2]. Es gibt viele Varianten: bis zu vier PCIe-Lanes, einen SATA-3-Port und einen USB-3-Port, mit mehreren Anschluss- und Key-IDs [6].
- Der Größencode. Die ersten beiden Ziffern sind die Breite, die übrigen die Länge, jeweils in Millimetern. Eine WLAN-Karte kann 1630 sein, eine SSD 2242 oder 2280 [3][5]. Jeder Slot auf dem Mainboard ist 22 mm breit, auch die für 30 mm breite Karten [3][5].
- Der Key. Kerben im Anschluss entscheiden, in welchen Slot ein Modul passt. Key B führt SATA und PCIe x2, Key M führt PCIe x4 und SATA, und ein Modul mit beiden Kerben (B+M) passt in beide Slotarten [3][5]. Die Keys A und E nutzen WLAN-, Bluetooth- und Mobilfunkkarten [3][5]. Die Tabelle unter den Schritten zeigt die gängigen Keys.
- Der Key nennt nicht das Protokoll. SATA-Laufwerke nutzen meist B, PCIe-x4-Laufwerke nutzen M, weil nur M vier Lanes bietet [3][5]. Ein B+M-Modul kann laut Kingston SATA sein, Dell weist aber darauf hin, dass auch PCIe-x2-Laufwerke beide Keys tragen können [3][4]. Ein SATA-Laufwerk in M.2 läuft weiterhin mit SATA-Tempo [3][4].
- Passt heißt nicht funktioniert. Auf verschiedenen Boards sind verschiedene Pins beschaltet, und ein Laufwerk, das mechanisch in den Slot passt, kann trotzdem ein SATA-Laufwerk in einem reinen NVMe-Slot sein, oder umgekehrt. Das Handbuch des Boards nennt je Slot die unterstützten Längen und Schnittstellen. Zur Protokollseite siehe unseren Eintrag zu NVMe.
Keys im Überblick
| Key | Typische Nutzung | Schnittstellen laut Dell und Ars Technica |
|---|---|---|
| B | SATA- und PCIe-x2-SSDs | PCIe x2, SATA, USB 2.0/3.0 und mehr |
| M | Schnelle PCIe-x4-SSDs | PCIe x4, SATA |
| B+M | Kompatible SSDs | Passt in B- und M-Sockel |
| A / E | WLAN, Bluetooth, Mobilfunk | PCIe x2, USB 2.0 und mehr |
Ein Praxisbeispiel
Auf einer Laufwerksseite steht „M.2 2280, M-Key, PCIe 4.0 x4, NVMe“, im Board-Handbuch „M.2 2280, PCIe, M-Key“. Größe, Key und Schnittstelle stimmen überein, es sollte also funktionieren. Jetzt dasselbe Laufwerk für einen Mini-PC, dessen Handbuch „M.2 2242, nur SATA“ nennt: Es passt wegen der Länge nicht und würde auch nicht erkannt. Das Beispiel ist erfunden, weil unser Inventar (Stand 14. bis 16. Okt. 2026) keine M.2-Laufwerke und keine Slotdaten enthält.
Prüfliste
- Lies den Größencode (2230, 2242, 2280 oder 22110) am Laufwerk und im Handbuch ab.
- Vergleiche den Key des Laufwerks mit dem Slot und notiere, wenn ein B+M-Modul angeboten wird.
- Bestätige die Schnittstelle: SATA oder NVMe/PCIe, und für wie viele Lanes der Slot beschaltet ist [3][4][5].
- Suche im Handbuch nach geteilten oder abgeschalteten Slots und ob dein Slot die Laufwerkslänge unterstützt.
- Vermeide WLAN-Karten mit A/E-Key im SSD-Slot und umgekehrt [5].
- Notiere Modell, Key und Schnittstelle vor der Bestellung, damit eine Rücksendung selten nötig wird.