Das eine ist ein Riegel, den du abziehen kannst, das andere ein Chip, den du nie wieder siehst. Prüfe, was dein Laptop hat, bevor du ein Upgrade planst.
Kurz gesagt
Ein SO-DIMM (Small Outline Dual In-line Memory Module) ist ein kompakter, austauschbarer RAM-Riegel für Laptops, Mini-PCs und ähnliche Systeme. Er trägt normale DDR-Chips [1][6]. LPDDR (Low Power DDR) ist eine andere Art von DRAM-Chip, gebaut für mobile Geräte und Energieeffizienz, und im Laptop meist fest auf die Platine gelötet [3][5]. Unsere Einschätzung: Finde vor dem RAM-Kauf heraus, ob das Gerät überhaupt Steckplätze hat und welchen Standard sie nutzen.
So funktioniert’s
- Zwei verschiedene Dinge. SO-DIMM ist eine Modulform mit Sockel. LPDDR ist eine Art Speicherchip mit eigenem JEDEC-Standard. JESD209-5C definiert LPDDR5 und LPDDR5X als Chipbausteine mit Gehäusen und Ball-Belegung, mit Dichten von 2 Gb bis 32 Gb [2]. Ein SO-DIMM trägt also DDR-Chips, und ein LPDDR-Laptop hat die Chips auf dem Board.
- SO-DIMM-Generationen. JEDEC führt 260-polige SODIMMs für DDR4 und 262-polige SODIMMs für DDR5 [1]. Das sind verschiedene Familien, also kaufst du die Generation, die dein Board unterstützt. Die getaktete Variante CSODIMM passt in dieselben Sockel wie DDR5-SODIMMs [6].
- Warum es LPDDR gibt. JEDEC hat LPDDR5 und LPDDR5X für mobile Einsätze wie 5G-Smartphones entworfen, um Tempo und Effizienz zu steigern. Das Update von 2021 erhöhte das Tempo auf 8533 Mbps, vorher waren es 6400 Mbps [3].
- Der Kompromiss. Laut dem Artikel vom Dezember 2023 gab es LPDDR5X nur als aufgelötete Chips [5]. Löten spart Platz, denn dünne Laptops haben oft keinen Raum für SO-DIMM-Sockel, schließt aber spätere Upgrades und Speicherreparaturen aus [5][6]. SO-DIMM erlaubt den Tausch, kostet aber Bauhöhe.
- Ein dritter Weg: CAMM2. JEDECs JESD318 definiert angeschraubte Module für DDR5 und für LPDDR5/5X. Beide nutzen dasselbe Steckerdesign mit unterschiedlicher Pinbelegung und lassen sich deshalb nicht versehentlich verwechseln [4]. Laut Kingston kann ein CAMM2-Modul aufgelötetes LPDDR5-DRAM ersetzen [6]. Unsere Lesart: Das macht LPDDR in Laptops aufrüstbar, die sich dafür entscheiden, aber du brauchst den passenden Steckplatz.
Ein Praxisbeispiel
Du vergleichst zwei Mini-PCs für ein Homelab. Gerät A nennt „2 × SO-DIMM-Slots, DDR5“. Gerät B nennt „16 GB LPDDR5X, onboard“. Bei A startest du mit einem Riegel und steckst später den zweiten dazu. Bei B sind die 16 GB endgültig, also wähle die Größe, die du in zwei Jahren brauchst. Beide Beispiele sind erfunden: Unser Inventar (Stand 14. bis 16. Okt. 2026) erfasst keine RAM-Module, und Preise nennen wir nicht.
Prüfliste
- Suche im Datenblatt nach „onboard“, „aufgelötet“ oder „LPDDR“, bevor du ein Upgrade planst.
- Bestimme die Generation der Slots (DDR4 mit 260 Pins oder DDR5 mit 262 Pins) [1].
- Vergleiche maximale Kapazität und Tempo im Board-Handbuch mit dem Riegel, den du willst.
- Wähle bei aufgelöteten Modellen genug Kapazität, denn nachrüsten geht nicht [5].
- Achte bei neueren Laptops auf CAMM2- oder LPCAMM2-Slots und beachte, dass sich die DDR5- und LPDDR5-Versionen unterscheiden [4].
- Teste neuen RAM nach dem Einbau mit einem Speichertest.