Wenn deine PS5 „nicht genügend Speicherplatz“ meldet, wünscht sie sich einen größeren Kleiderschrank. Sony hat dafür eine Tür in die Seite gebaut, und dahinter wartet ein M.2-Steckplatz.
Kurz gesagt
Welche SSD passt in die PS5? Sonys Supportseite verlangt eine M.2-NVMe-SSD mit Key-M-Anschluss, die PCIe Gen4 x4 unterstützt, mit 250 GB bis 8 TB und in den Größen 2230, 2242, 2260, 2280 oder 22110. Sie muss gekühlt sein. SSD und Kühler zusammen dürfen höchstens 25 mm breit und 11,25 mm dick sein, davon bis zu 8,0 mm über und bis zu 2,45 mm unter der Platine. Sony empfiehlt 5.500 MB/s sequenzielle Lesegeschwindigkeit oder mehr und unterstützt keine M.2-SATA-Laufwerke [1][2]. Unsere Einschätzung: Die meisten Fehler passieren am Kühlkörper, nicht beim Tempo. Der eigentliche Test lautet deshalb, ob SSD plus Kühler in die drei Höhenwerte passen. Modelle nennen wir nicht. Sony schreibt selbst, dass es nicht garantieren kann, dass jedes Laufwerk mit passender Spezifikation in der Konsole funktioniert [2].
So funktioniert’s
- Konsolengruppe bestimmen. Sonys Anleitungen teilen sich in die Modellgruppe CFI-1000 (das ursprüngliche Design) und die Gruppe CFI-2000/7000 [1][2]. Die Modellnummer beginnt mit CFI und steht unten auf der Konsole. Nimm dafür Standfuß oder Füße ab [4]. Auf Sonys Einrichtungsseite heißt CFI-2000 das schlanke Modell und CFI-7000 die PS5 Pro [5]. Die Anforderungen sind für beide Gruppen gleich. Nur das Öffnen und Einsetzen unterscheidet sich. Die Sicherheitshinweise der PS5 Pro wiederholen dieselbe Tabelle [3].
- Die Anforderungstabelle Zeile für Zeile lesen. Sonys Vorgaben stehen gesammelt in der Tabelle unter den Schritten [1][2][3].
- Den Größencode lesen. In einem M.2-Namen geben die ersten beiden Ziffern die Breite in Millimetern an, die übrigen die Länge: 2280 heißt 22 mm mal 80 mm, 22110 heißt 22 mm mal 110 mm [8]. Sonys fünf Formfaktoren sind also fünf Längen derselben 22 mm breiten Platine. Die 25 mm Breitenlimit sind der Platz, den du für einen Kühlkörper hast, der breiter ist als die Platine. In der Konsole rückt ein Abstandshalter in die Rille, die zur Länge deiner SSD passt (siehe „Einbau“).
- Warum Gen4, und was Gen5 nicht bringt. M.2-SSDs sprechen mit der Konsole über PCI Express. Jede Generation verdoppelt die Datenrate: 16 GT/s bei Gen4, 32 GT/s bei Gen5 [9]. PCI-SIG schreibt, dass Karten verschiedener Generationen mit der höchsten Geschwindigkeit zusammenarbeiten, die beide Seiten unterstützen [6]. Sony nennt eine Gen4-x4-Anbindung [1]. Unsere Lesart: Eine Gen5-SSD liefe in diesem Steckplatz höchstens mit Gen4-Tempo, der Aufpreis bringt also nichts. Sony führt keine Gen5-SSDs auf, und wir haben keine Sony-Aussage gefunden, die sie ein- oder ausschließt. Prüfe darum die Unterlagen der SSD selbst. Eine deutsche Kaufberatung sagt dasselbe [11]. Zur Größenordnung: PCI-SIG nennt für eine Gen4-x16-Verbindung 252 Gb/s je Richtung nach Abzug der Kodierung [7]. Eine x4-Verbindung ist ein Viertel davon, 63 Gb/s oder rund 7,9 GB/s. Das ist unsere Rechnung, und es ist die Obergrenze der Leitung, nicht das, was eine SSD liefert. Sonys Empfehlung von 5.500 MB/s liegt deutlich darunter. Sony warnt außerdem, dass nicht jedes Spiel garantiert genau so läuft wie auf der internen SSD, selbst wenn das Laufwerk schneller als 5.500 MB/s liest [2]. Die PS5 unterstützt keinen Host Memory Buffer (HMB), und Sony weist darauf hin, dass SSDs, die ihn nutzen, langsamer laufen können als erwartet [2][3]. Steht HMB im Datenblatt, nimm diesen Hinweis ernst.
- Kühlung gehört zur Spezifikation. Auf Sonys Seite steht, dass man eine M.2-SSD nicht ohne Kühlmechanismus wie Kühlkörper oder wärmeableitende Folie verwenden soll [1]. Die Sicherheitshinweise der PS5 Pro ergänzen: Ohne Wärmeableitung, oder wenn sie sich im Betrieb löst, kann die SSD überhitzen, und weiterer Betrieb kann zu Funktionsstörungen führen [3]. Es gibt drei Wege: eine SSD mit eingebautem Kühlkörper; eine nackte SSD plus Kühlkörper und Folie, die du selbst anbringst, einseitig oder doppelseitig; oder SSD und Kühler als Set. Hat die SSD schon einen eingebauten Kühlkörper, rät Sony von einem zweiten ab, weil das die Wirkung des eingebauten mindern kann [2]. Tom's Hardware, eine Kaufberatung und damit eine Sekundärquelle, schreibt, Sony liefere keinen Kühlkörper mit der Konsole [10]. Sonys Seite sagt es anders: Die SSD enthält die Teile womöglich schon, oder du musst sie separat kaufen [1]. Temperaturwerte nennen wir nicht. Sonys Seiten nennen keine, und Werte Dritter können wir nicht prüfen.
- Die drei Höhenwerte messen. Sony begrenzt das Paket auf 11,25 mm, davon bis zu 8,0 mm über und bis zu 2,45 mm unter der Platine [1][2]. Die beiden Teilwerte ergeben zusammen 10,45 mm. Wir lesen die restlichen 0,8 mm als die Platine selbst, aber Sony sagt das nicht. Suche im Datenblatt die Höhe der SSD mit Kühler. Steht dort nur ein Gesamtwert, kannst du die Aufteilung nicht prüfen, und Sonys eigener Rat lautet dann, ein anderes Produkt zu wählen oder Verkäufer oder Hersteller zu fragen [1]. Ein wuchtiger PC-Gaming-Kühlkörper ist der häufigste Weg, diesen Test zu verfehlen. Sonys Schritte für die Gruppe CFI-1000 enthalten einen Praxistest: Schließt die Abdeckung des Erweiterungsslots nicht richtig, überschreitet die Kühlstruktur wahrscheinlich die Größenvorgaben [1].
Sonys Vorgaben im Überblick
| Punkt | Sonys Angabe | Unsere Lesart |
|---|---|---|
| Schnittstelle | durch PCI-Express Gen4x4 unterstützte M.2-NVMe-SSD (Schlüssel M), Anschluss 3 | Eine schnelle NVMe-SSD, kein SATA. Sony schreibt, M.2-SATA-SSDs werden nicht unterstützt. |
| Speicherplatz | 250 GB bis 8 TB | Alles in diesem Bereich zählt. |
| Formfaktor | 2230, 2242, 2260, 2280, 22110 | Fünf Längen, alle mit 22 mm breiter Platine (siehe Punkt 3). |
| Größe einschließlich Kühlung | Breite bis 25 mm; Länge 30/42/60/80/110 mm; Dicke bis 11,25 mm (bis 8,0 mm über der Platte, bis 2,45 mm unter der Platte) | Die Grenze gilt für das ganze Paket samt Kühler. |
| Sequenzielle Lesegeschwindigkeit | 5.500 MB/s oder schneller wird empfohlen | Eine Empfehlung, kein hartes Tor. |
| Kühlung | eine Kühlstruktur wie Kühlkörper mit wärmeableitender Folie ist erforderlich | Nicht optional (Punkt 5). |
| Seiten | einseitige und doppelseitige SSDs werden unterstützt | Einseitige Kühlstrukturen sind laut Sony leichter anzubringen. |
| Host Memory Buffer | wird nicht unterstützt | Siehe Punkt 4. |
Einbau
Bevor du anfängst, bringst du die Konsole auf den neuesten Stand der Systemsoftware [1][2]. Du brauchst einen Kreuzschlitz-Schraubendreher der Größe 1, einen hellen Tisch und optional eine kleine Taschenlampe [1]. Berühre vorher ein geerdetes Metallobjekt, um statische Aufladung abzuleiten, denn sie kann SSD oder Konsole beschädigen. Schalte die Konsole nicht ein, solange die Abdeckung abgenommen ist [1]. Sonys Sicherheitshinweise ergänzen: Berühre weder die Kontakte der SSD noch den Erweiterungsanschluss der Konsole, nimm einen zu den Schrauben passenden Schraubendreher, und wenn eine Schraube oder ein Abstandshalter ins Gerät fällt, schalte es nicht ein und wende dich an den Sony-Support [3]. Hier Sonys Ablauf für die Gruppe CFI-2000/7000 [1][2]:
- Schalte die Konsole aus und ziehe Netzkabel und weitere Kabel ab. Sonys letzter Schritt schließt sie wieder an, und Tom's Hardware nennt das Abziehen ausdrücklich [10]. Entferne dann die Dreieckabdeckung.
- Löse die Schraube an der Abdeckung des Erweiterungsslots und nimm die Abdeckung ab.
- Löse Schraube und Abstandshalter und stelle den Abstandshalter auf die Länge deiner SSD ein.
- Halte die SSD an der Kante, richte sie an der Einkerbung des Anschlusses aus, neige sie diagonal nach oben und stecke sie fest bis zum Anschlag hinein. Die SSD darf ihren Kühlkörper und die Folie schon tragen.
- Kippe die SSD nach unten und befestige sie mit der Schraube.
- Bringe die Slot-Abdeckung an und ziehe ihre Schraube fest, dann die Dreieckabdeckung.
- Setze die Füße an, schließe Netzkabel und weitere Kabel an, schalte ein und folge der Formatierungshilfe auf dem Bildschirm.
Für die Gruppe CFI-1000 beschreibt Sony ein längeres Öffnen: ausschalten, alles abziehen, die Konsole abkühlen lassen, auf eine geschützte Fläche legen, den Sockel entfernen und sie so hinstellen, dass das Logo nach unten und die Power-Taste zu dir zeigt. Fasse die Abdeckung an der oberen linken Ecke und schiebe sie ab. Entferne die Schraube der Slot-Abdeckung (A), dann Schraube (B), und schiebe den Abstandshalter (C) in die Rille für die Länge deiner SSD. Setze die SSD schräg ein und achte darauf, dass ihre Platine ohne Störung durch die Kühlstruktur flach auf dem Abstandshalter aufliegt. Sony warnt, dass eine nicht vollständig eingesetzte SSD den Anschluss und die Konsole beschädigen kann. Schraube sie fest, prüfe, dass der Kühler die Schraube nicht blockiert, bringe dann Slot-Abdeckung und Hauptabdeckung an, die mit einem Klick einrastet [1]. Bei beiden Gruppen zeigt der erste Start die Formatierungshilfe. Das Formatieren löscht alles auf der SSD, und du musst die ganze SSD formatieren, nicht nur einen Teil. Schalte die Konsole beim Formatieren oder beim Speichern von Daten nicht aus [1]. Wenn du eine SSD zwischen zwei PS5-Konsolen umsteckst, entfällt das Formatieren, du musst aber auf beiden mit demselben Konto angemeldet sein [1]. Entferne die SSD, bevor du die Konsole zur Reparatur einschickst [1][2].
Nach dem Einbau: Spiele und Probleme
Damit neue Spiele auf der SSD landen, wählst du Einstellungen > Speicher > Installationsort. Bestehende Spiele verschiebst du so: Spielebibliothek öffnen, beim Titel die Optionstaste drücken, „Spiele und Apps verschieben“ wählen, Titel ankreuzen und „Verschieben“ wählen. Unter Einstellungen > Speicher > M.2-SSD-Speicher siehst du den Platz und kannst Daten verschieben oder löschen [1]. Alle Daten eines Spiels müssen an einem Ort liegen. PS5-Spiele sind von der M.2-SSD aus spielbar, von einem USB-Erweiterungsspeicher dagegen nicht, der sie nur aufbewahrt [2]. Läuft ein Spiel auf der SSD nicht rund, schlägt Sony vor, laufende Downloads zu pausieren, bei einer Disc die Installation abzuwarten und das Spiel notfalls zurück in den Konsolenspeicher zu verschieben [2].
Garantie
Sonys FAQ schreibt, dass die Herstellergarantie im Allgemeinen nicht beeinträchtigt werden sollte, wenn du eine SSD mit den geforderten Spezifikationen einbaust und die Anleitung befolgst. Schäden durch Abweichungen sind nicht abgedeckt. Sony verweist auf die vollständigen Garantiebedingungen [2]. Das ist Sonys Aussage, keine Rechtsberatung, und wir deuten sie nicht. Frage im Zweifel vor dem Öffnen den Sony-Support.
Ein Rechenbeispiel mit zwei erfundenen Datenblättern
Das Beispiel zeigt die Methode, es testet keine Produkte. Beide Datenblätter sind erfunden. Wir haben keine SSD getestet.
- SSD A: M.2 2280, NVMe, PCIe 4.0 x4, 7.000 MB/s lesend, mit Kühlkörper verkauft. Laut Datenblatt ist das Paket 24 mm breit, 9,1 mm über und 1,0 mm unter der Platine. Kapazität und Tempo bestehen den Test. Die 9,1 mm überschreiten Sonys 8,0 mm. Ergebnis: ungeeignet, so gut das Tempo auch ist.
- SSD B: nackte M.2 2280, NVMe, PCIe 4.0 x4, 6.800 MB/s lesend, Chips 1,0 mm über und 0,9 mm unter der Platine. Du setzt einen einseitigen Kühlkörper mit 4,0 mm Höhe und 24 mm Breite samt 0,5 mm Wärmeleitfolie auf. Über der Platine sind das 5,5 mm, darunter 0,9 mm. Beides liegt innerhalb von 8,0 mm und 2,45 mm, und 24 mm liegen innerhalb von 25 mm. Ergebnis: auf dem Papier bestanden, und du gleichst trotzdem die Blätter des genauen Kühlkörpers und der genauen SSD ab.
Keine der beiden Prüfungen sagt, wie heiß die SSD wird. Sony verlangt einen Kühler und nennt keinen Temperaturzielwert, deshalb machen wir dazu keine Aussage.
Prüfliste
- Suche die Modellnummer unten an der Konsole und notiere, ob sie zur Gruppe CFI-1000 oder CFI-2000/7000 gehört.
- Aktualisiere die Systemsoftware der Konsole, bevor du etwas einbaust.
- Prüfe, ob die SSD M.2 NVMe, Key M, PCIe Gen4 x4 und 250 GB bis 8 TB hat und kein SATA ist.
- Vergleiche die sequenzielle Lesegeschwindigkeit mit Sonys Empfehlung von 5.500 MB/s.
- Lies das Datenblatt auf HMB und beachte Sonys Warnung, falls es dort steht.
- Miss SSD plus Kühler gegen 25 mm Breite, 8,0 mm über der Platine, 2,45 mm darunter und 11,25 mm gesamt.
- Verzichte auf einen zweiten Kühlkörper, wenn die SSD schon einen eingebauten hat.
- Sichere, was auf der SSD liegt, die du einbaust, denn das Formatieren löscht alles.
- Leite statische Aufladung ab, schalte die Konsole aus und halte Schrauben und Abstandshalter aus dem Gerät fern.
- Schließe beide Abdeckungen richtig, bevor du einschaltest, und brich ab, wenn die Slot-Abdeckung nicht schließt.
- Stelle danach den Installationsort ein und verschiebe die Spiele, die auf die neue SSD sollen.
Passt dazu: NVMe-SSDs verstehen; M.2-Formfaktor und Key; Laptop aufrüsten: RAM und SSD vorher prüfen; SSD-Gesundheit: SMART unter Windows und Linux; TRIM für SSDs.