Die Windows-Installation verweigert deine Platte, und schuld ist eine Tabelle, die du nie zu sehen bekommst: der Partitionsstil. Drei Buchstaben entscheiden, ob dein PC überhaupt startet.
Kurz gesagt
GPT und MBR sind die beiden Partitionsstile, also die Arten, wie eine Platte festhält, wo ihre Partitionen liegen. MBR oder GPT – was brauchst du? Der MBR, der Master Boot Record aus der BIOS-Zeit, enthält vier Partitionseinträge mit 32-Bit-Sektorfeldern [1][2]. GPT, die GUID-Partitionstabelle, stammt aus der UEFI-Spezifikation, arbeitet mit 64-Bit-Adressen und hält eine Sicherungskopie ihrer Tabelle vor [1][2]. Windows startet im UEFI-Modus nur von GPT-Platten, und Windows 11 verlangt UEFI-Firmware [2][5]. Unsere Einschätzung: Nimm für jede neue Platte GPT und behalte MBR nur für alte Hardware, die nicht im UEFI-Modus starten kann.
So funktioniert’s
- MBR. Der klassische MBR liegt im ersten Sektor und enthält vier Partitionseinträge; jeder speichert Startsektor und Größe als 32-Bit-Wert [1]. Microsoft schreibt, dass MBR-Platten nur vier Einträge in der Partitionstabelle kennen und für mehr eine erweiterte Partition brauchen [2]. Unsere Rechnung: 2^32 Sektoren zu 512 Byte sind 2 TiB, mehr kann ein MBR-Eintrag auf einer Platte mit 512-Byte-Sektoren nicht beschreiben.
- GPT. GPT arbeitet mit logischen Blockadressen von 64 Bit [1]. Der primäre GPT-Header liegt in Block 1, ein Sicherungs-Header im letzten Block der Platte, und CRC32-Prüfsummen schützen Header und Partitionstabelle [1]. Die Spezifikation reserviert für diese Tabelle mindestens 16.384 Byte bei 128 Byte je Eintrag, und Windows erlaubt 128 Partitionen je GPT-Platte [1][2].
- Schutz-MBR. Auch eine GPT-Platte trägt im ersten Sektor einen MBR. Dieser Schutz-MBR (Protective MBR) enthält eine einzige Partition vom Typ 0xEE über die ganze Platte, damit alte Werkzeuge ohne GPT-Kenntnis die Platte als belegt statt als leer sehen [1][2].
- Startmodi. Um im UEFI-Modus zu starten, braucht Windows ein GPT-Laufwerk, der Legacy-BIOS-Modus verlangt MBR [3]. Windows unterstützt keinen UEFI-Start von MBR-Platten [2], und Microsoft empfiehlt grundsätzlich die Installation im UEFI-Modus, weil er mehr Sicherheitsfunktionen bietet als der Legacy-BIOS-Modus [6].
- Umwandeln. MBR2GPT wandelt eine Platte von MBR in GPT um, ohne Daten zu verändern oder zu löschen. Voraussetzung sind höchstens drei primäre Partitionen, keine erweiterten oder logischen Partitionen und freier Platz für die GPT-Strukturen am Anfang und Ende der Platte; bei Bedarf legt das Werkzeug eine neue EFI-Systempartition an [4]. Nach der Umwandlung muss die Firmware auf den UEFI-Modus umgestellt werden [4].
- Windows 11. Windows 11 verlangt UEFI-Firmware mit Secure-Boot-Fähigkeit [5]. Ein älterer PC, dessen Windows noch im Legacy-Modus von MBR startet, braucht vor dem Upgrade also GPT und UEFI.
Ein Praxisbeispiel
Dein PC mit Windows 10 startet im Legacy-Modus von einer MBR-Platte, und du willst Windows 11. In einer PowerShell mit Administratorrechten listet Get-Disk deine Platten mit Nummer und Partitionsstil auf [4]. Dann lässt du MBR2GPT die Platte 0 prüfen, ohne etwas zu ändern; /allowFullOS erlaubt den Lauf im normalen Windows statt in Windows PE [4]:
mbr2gpt /validate /disk:0 /allowFullOSNur wenn die Prüfung besteht: Platte sichern, BitLocker anhalten, denselben Befehl mit /convert statt /validate ausführen und beim nächsten Start die Firmware auf UEFI umstellen [4]. Das ist ein allgemeiner Ablauf und kein Bericht von unserem eigenen PC.
Prüfliste
- Prüfe den Partitionsstil deiner Systemplatte, bevor du eine Firmware-Einstellung änderst.
- Sichere die Platte, bevor du sie umwandelst.
- Starte
mbr2gptzuerst mit/validateund nutze/convertnur, wenn die Prüfung besteht [4]. - Halte BitLocker vor der Umwandlung an und lege die Schutzvorrichtungen danach neu an [4].
- Stell die Firmware direkt nach der Umwandlung auf UEFI um [4].
- Richte neue Platten als GPT ein; MBR lohnt sich nur noch für Legacy-BIOS-Systeme [3].