Windows kostenlos auf eine neue SSD klonen klingt nach einem einzigen Klick. In der Praxis entscheiden ein paar Minuten Vorbereitung, ob dich der erste Start mit dem Desktop begrüßt oder mit der Frage nach einem Wiederherstellungsschlüssel, den du nie notiert hast.
Kurzantwort
Wie ziehst du Windows auf eine neue SSD um? Sichere zuerst deine Dateien und deinen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel [9][10]. Dann klonst du das alte Laufwerk, kostenlos mit Samsung Data Migration auf Samsung-SSDs oder mit Clonezilla auf jedes Laufwerk, oder du installierst Windows mit Microsofts Installationsmedium neu und spielst deine Dateien zurück [4][5][21]. Ein Klon behält Programme und Einstellungen; eine Neuinstallation dauert länger, lässt aber alten Ballast zurück. Unsere Einschätzung: Ein System, das gut läuft, klonst du auf eine ausreichend große SSD; neu installierst du, wenn das System verbastelt ist oder die neue SSD kleiner ist als das, was du kopieren würdest. Macrium Reflect Free, in älteren Anleitungen oft empfohlen, bekommt seit dem 1. Jan. 2024 keine Sicherheitsupdates mehr und lässt sich nicht mehr herunterladen (Stand 25. Okt. 2026) [1].
Klonen oder neu installieren im Überblick (Stand 25. Okt. 2026; die letzte Zeile ist unsere Einschätzung)
| Klonen | Neuinstallation | |
|---|---|---|
| Behält | Programme, Einstellungen und Dateien | nichts; Dateien spielst du aus der Sicherung zurück |
| Kostenlose Werkzeuge | Samsung Data Migration in Samsung Magician (nur Samsung-SSDs), Clonezilla | Installationsmedium von Microsoft |
| Du brauchst | ein ausreichend großes Ziel, dazu beide Laufwerke angeschlossen oder ein Abbild auf einem externen Laufwerk | einen USB-Stick mit mindestens 8 GB, eine Sicherung, eine digitale Lizenz oder einen Produktschlüssel |
| Typische Fallen | BitLocker fragt nach dem Schlüssel, C: wächst nicht mit, beide Laufwerke beim ersten Start eingebaut | Aktivierung, Programme neu installieren |
| Passt, wenn | das System gut läuft | das System verbastelt oder die neue SSD kleiner ist |
So funktioniert’s
- Erst sichern, dann den Schlüssel notieren. Ein Klon überschreibt das Ziel: Clonezilla warnt, dass alle Daten auf der Zielplatte überschrieben werden [7]. Kopiere deine Dateien deshalb vor allem anderen auf ein externes Laufwerk oder in einen Cloud-Speicher. Danach kommt der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel. Auf Geräten, die sie unterstützen, schaltet sich die Geräteverschlüsselung ein, wenn du ein Gerät mit einem Microsoft-Konto oder einem Geschäfts- oder Schulkonto einrichtest, und der Schlüssel hängt dann an diesem Konto [11]; von einem anderen Gerät aus findest du ihn unter aka.ms/myrecoverykey [9]. Unter „BitLocker verwalten“ und „Wiederherstellungsschlüssel sichern“ speicherst du ihn im Microsoft-Konto, auf einem USB-Flash-Laufwerk, in einer Datei oder druckst ihn aus; auf dem verschlüsselten Laufwerk selbst lässt sich die Datei nicht speichern [10]. Der Befehl
manage-bde -protectors -get C:listet alle Schlüsselschutzvorrichtungen von Laufwerk C: mit Typ und ID auf [14], und auf dem Wiederherstellungsbildschirm sollst du dir die ersten 8 Ziffern der Schlüssel-ID notieren [9]. Nimm diesen Schritt ernst: Der Microsoft-Support kann einen verlorenen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel weder abrufen noch bereitstellen oder neu erzeugen [9]. Zum Schluss prüfst du in den Einstellungen den Aktivierungsstatus („Settings > System > Activation“ in der englischen Hilfe). Steht dort, dass Windows mit einer digitalen Lizenz aktiviert ist, die mit deinem Microsoft-Konto verknüpft ist, klappt eine spätere Reaktivierung leichter [22]. - Partitionsstil und Startmodus prüfen.
Get-Disk | ft -Autozeigt in PowerShell für jede Platte die Spalte „Partition Style“ mit GPT oder MBR [15]. Microsofts eigene Testschritte prüfen mit msinfo32, ob das Gerät im UEFI-Modus gestartet ist und ob Secure Boot läuft [16]. Ist die Systemplatte noch MBR und kann der PC UEFI, wandelt Microsofts MBR2GPT sie ohne Datenverlust in GPT um. Teste mitmbr2gpt /validate /disk:0 /allowFullOS, wandle mitmbr2gpt /convert /disk:0 /allowFullOSum und stelle danach die Firmware auf UEFI um, denn die umgewandelte Platte startet nur noch so [15]. Mit BitLocker muss der Schutz dafür angehalten sein, und die vorhandenen Schutzvorrichtungen müssen danach gelöscht und neu angelegt werden [15]. Unser Rat: Wandle auf der alten Platte um und prüfe, ob sie startet, damit beim Klonen nur eine Sache auf einmal neu ist. Eine größere neue SSD ist ein weiterer Grund für GPT: Bei Platten über 2 TB kann Windows ein Volume nur erweitern, wenn die Platte GPT nutzt [18], und laut Samsung bleibt Platz jenseits von 2 TB unzugeordnet, wenn das Betriebssystem GPT nicht unterstützt [4]. - BitLocker für den Umzug anhalten. Unter den Ereignissen, die eine BitLocker-Wiederherstellung auslösen können, nennt Microsoft Änderungen am Boot-Manager, Änderungen an der NTFS-Partitionstabelle, Firmware-Updates und das Umsetzen eines geschützten Laufwerks in einen neuen Computer [12]. Ein Klon berührt mehrere davon auf einmal (unsere Einschätzung). Für geplante Hardware- oder Firmware-Änderungen empfiehlt Microsoft, BitLocker anzuhalten; Anhalten und Fortsetzen versiegeln den Schlüssel neu, ohne dass der Wiederherstellungsschlüssel nötig ist [12].
Suspend-BitLocker -MountPoint "C:" -RebootCount 2hält den Schutz für zwei Neustarts an, danach setzt er sich von selbst fort. Mit 0 bleibt er angehalten, bis du Resume-BitLocker ausführst, ohne den Parameter setzt er nach einem Neustart wieder ein [13]. Anhalten entschlüsselt nichts: Die Daten bleiben verschlüsselt, aber der Schlüssel liegt unverschlüsselt bereit [13]. Halte dieses Fenster kurz. - Weg A: Samsung Data Migration (nur Samsung-SSDs). Samsungs britische Support-Seite, zuletzt am 30. Apr. 2024 aktualisiert, nennt es bereits „Samsung Data Migration Tool (Samsung Magician Software)“ [2], und auf Samsungs aktueller Werkzeugseite steckt es in Samsung Magician, Version 9.0.1 (Stand 25. Okt. 2026) [3]. Laut Magician-Installationsanleitung (Revision 1.9, Dezember 2025) braucht Data Migration Windows 10 oder neuer und unterstützt nur die dort gelisteten Samsung-SSDs; OEM-Laufwerke, die mit einem Computer geliefert wurden, gehören nicht dazu [4]. Es klont nur ein Laufwerk mit installiertem Betriebssystem, unterstützt NTFS und FAT, kann keine verschlüsselten Laufwerke klonen und kopiert Auslagerungs- und Ruhezustandsdatei nicht mit, ein paar Gigabyte Unterschied nach dem Klonen sind deshalb normal [4]. Außerdem warnt Samsung, dass ein Anschluss über einen USB-Adapter Probleme machen kann [4]. BitLocker nennt die Anleitung nicht ausdrücklich. Ist BitLocker oder die Geräteverschlüsselung aktiv, entfernst du die Verschlüsselung vorher – den Schalter für die Geräteverschlüsselung findest du in den Einstellungen („Privacy & security > Device encryption“ in der englischen Hilfe) [11] – oder du nimmst Weg B (unsere Einschätzung).
- Weg B: Clonezilla (jedes Laufwerk, kostenlos). Clonezilla ist freie Software unter der GNU GPL Version 2 [5], die aktuelle stabile Version ist 3.3.3-37 (Stand 25. Okt. 2026) [6]. Du startest es von einem USB-Stick; auf PCs mit aktivem Secure Boot nimmst du die AMD64-Version [6], Secure Boot darf also an bleiben. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung startet mit „ToRAM“, wählt dann „device-device“, „Beginner“ und „disk_to_local_disk“ und danach Quell- und Zielplatte [7]. Standardmäßig kopiert Clonezilla dieselbe Größe aufs Ziel; damit die ganze neue Platte genutzt wird, wählst du die Option „-k1“ [7]. Clonezilla arbeitet nur offline, und jede Zielpartition muss mindestens so groß sein wie ihre Quelle [5]. Unterstützt werden FAT, exFAT und NTFS, BitLocker steht nicht auf der Liste, und nicht unterstützte Dateisysteme kopiert Clonezilla Sektor für Sektor mit dd [5]. Unsere Einschätzung: Eine verschlüsselte Partition wird dann komplett kopiert, bleibt verschlüsselt und behält ihre alte Größe in einer größeren Partition; auch hier ist Entschlüsseln vorher der sauberere Weg. Bevor du den PC wieder startest, darf nur eine der beiden Platten angeschlossen bleiben [7]. Für Laptops mit nur einem Steckplatz beschreibt die Dokumentation auch, wie du ein Abbild auf ein anderes Laufwerk sicherst und auf die neue SSD zurückspielst [8].
- Weg C: mit Microsofts Medium neu installieren. Du brauchst einen PC mit stabiler Internetverbindung und einen leeren USB-Stick mit mindestens 8 GB; mit dem Medium installierst du eine neue Kopie, machst eine saubere Neuinstallation oder installierst Windows erneut [21]. Mit einer digitalen Lizenz ist kein Produktschlüssel nötig, und viele PCs haben einen Schlüssel in der Firmware gespeichert, der automatisch greift, wenn er zur Edition passt [21]. Installiere auf die neue SSD, während nur diese angeschlossen ist, dann kannst du dich bei der Platte nicht vertun (unsere Empfehlung). Danach spielst du deine Dateien zurück und installierst deine Programme. Ist Windows anschließend nicht aktiviert, starte in den Einstellungen die Problembehandlung der Aktivierung („Settings > System > Activation > Troubleshoot“ in der englischen Hilfe) und wähle die Option, dass du die Hardware vor Kurzem geändert hast („I changed hardware on this device recently“); das klappt, wenn die digitale Lizenz mit deinem Microsoft-Konto verknüpft ist [22]. Als Beispiel für eine wesentliche Hardware-Änderung nennt Microsoft den Tausch der Hauptplatine, Laufwerke erwähnt es nicht [22].
- Nach dem ersten Start: Platz, TRIM, Gesundheit. Ist C: nicht gewachsen, schau dir die Aufteilung an. Microsofts Standardaufteilung für UEFI ist EFI-Systempartition, MSR, Windows-Partition und Wiederherstellungspartition, und laut Microsoft muss die Wiederherstellungspartition direkt hinter der Windows-Partition liegen [17]. Die Datenträgerverwaltung kann ein Volume nur in nicht zugeordneten Platz erweitern, der unmittelbar dahinter liegt [18]. Sitzt eine andere Partition dazwischen, nennt Microsoft drei Möglichkeiten: sie nach einer Sicherung löschen, ein Partitionierungswerkzeug eines anderen Herstellers nehmen oder ein eigenes neues Volume anlegen [18]. Weil in dieser Partition die Wiederherstellungstools liegen, würden wir den Klon lieber mit „-k1“ wiederholen, statt sie zu löschen (unsere Einschätzung). Dann TRIM:
fsutil behavior query DisableDeleteNotifysollte für NTFS 0 melden, das heißt, TRIM ist an; bei NTFS ist es standardmäßig eingeschaltet [19].Optimize-Volume -DriveLetter C -ReTrim -Verboseschickt TRIM-Hinweise für alle ungenutzten Sektoren, das hilft nach einer Sektor-für-Sektor-Kopie; bei SSDs mit TRIM-Unterstützung ist dieses Retrim auch das, was Optimize-Volume standardmäßig tut [20]. Danach liest du die Gesundheitswerte des neuen Laufwerks mit den Werkzeugen aus unserem SSD-Gesundheits-Guide aus. Hast du BitLocker mit 0 angehalten, setzt du den Schutz jetzt mit Resume-BitLocker fort [13]. Lass das alte Laufwerk ein paar Tage unverändert, bevor du es löschst oder weiterverwendest (unsere Empfehlung).
Bevor du die neue SSD kaufst
- Passform: Bauform (M.2 oder 2,5 Zoll), Schnittstelle (NVMe oder SATA), Länge und Anzahl der Steckplätze müssen zu deinem Gerät passen; wie du das prüfst, steht in unserem Guide zum Laptop-Aufrüsten.
- Größe: Plane mindestens deine heutigen Daten plus Luft nach oben. Microsofts Minimum für eine 64-Bit-Windows-Partition sind 20 GB, von denen nach der Einrichtung noch 16 GB frei sein müssen [17]; das ist eine Untergrenze für PC-Hersteller, keine bequeme Größe (unsere Einschätzung).
- Werkzeug: Der kostenlose Samsung-Weg funktioniert nur mit den Samsung-SSDs aus Samsungs Liste [4]. Bei anderen Marken planst du Clonezilla oder eine Neuinstallation ein; manche Hersteller bieten eigene Werkzeuge an, die wir hier nicht geprüft haben.
- Steckplätze: Mit nur einem Steckplatz brauchst du entweder ein Abbild auf einem externen Laufwerk [8] oder ein USB-Gehäuse für die neue SSD, und Samsung warnt, dass USB-Adapter beim Umzug Probleme machen können [4].
- Größe über 2 TB: Die Platte sollte GPT nutzen, sonst kann der Platz jenseits von 2 TB unzugeordnet bleiben [4][18].
Praxisbeispiel
Das ist ein Plan, kein Erfahrungsbericht; PC und Zahlen sind ausgedacht, und wir haben die Schritte nicht ausgeführt. Ein Desktop-PC startet Windows 11 von einer 500-GB-SATA-SSD, von der 320 GB belegt sind. Die Geräteverschlüsselung ist an, weil der PC mit einem Microsoft-Konto eingerichtet wurde [11]. Die neue Platte ist eine 1-TB-NVMe-SSD einer anderen Marke, der Samsung-Weg fällt also weg. Schritt 1: Dateien auf ein externes Laufwerk kopieren, den Wiederherstellungsschlüssel unter aka.ms/myrecoverykey am Handy nachschlagen, ausdrucken und die Schlüssel-ID mit manage-bde -protectors -get C: vergleichen [9][14]. Schritt 2: Get-Disk | ft -Auto zeigt GPT, msinfo32 zeigt UEFI-Modus und aktives Secure Boot [15][16], MBR2GPT ist also nicht nötig. Schritt 3: die Geräteverschlüsselung in den Einstellungen ausschalten [11] und die Entschlüsselung durchlaufen lassen; wie lange das dauert, haben wir nicht gemessen. Schritt 4: Clonezilla in der AMD64-Version bei aktivem Secure Boot vom USB-Stick starten, „ToRAM“, „device-device“, „Beginner“, „disk_to_local_disk“, die SATA-SSD als Quelle, die NVMe-SSD als Ziel und „-k1“ wählen [6][7]. Schritt 5: herunterfahren, die SATA-SSD abklemmen und von der NVMe-SSD starten [7]. Schritt 6: in der Datenträgerverwaltung prüfen, ob C: gewachsen ist, fsutil behavior query DisableDeleteNotify und Optimize-Volume -DriveLetter C -ReTrim -Verbose ausführen und die Gesundheitswerte auslesen [19][20]. Schritt 7: die Geräteverschlüsselung wieder einschalten und den Wiederherstellungsschlüssel erneut sichern [10][11]. Die alte SATA-SSD bleibt eine Woche unangetastet in der Schublade, bevor sie zum Datenlaufwerk wird.
Prüfliste
- Sichere deine Dateien und bewahre den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel außerhalb des PCs auf.
- Prüfe, ob Windows mit einer digitalen Lizenz aktiviert ist, die mit deinem Microsoft-Konto verknüpft ist.
- Prüfe Partitionsstil und Startmodus und wandle MBR bei Bedarf noch auf der alten Platte in GPT um.
- Halte BitLocker für den Umzug an oder entferne die Verschlüsselung, wenn dein Klonwerkzeug das verlangt.
- Wähle den Weg nach dem Ziel: Samsung Data Migration für gelistete Samsung-SSDs, Clonezilla für jedes Laufwerk oder eine Neuinstallation.
- Klemme eine der beiden Platten ab, bevor du zum ersten Mal vom Klon startest.
- Erweitere C:, wenn Platz übrig ist, ohne die Wiederherstellungspartition zu löschen.
- Prüfe TRIM, stoße ein Retrim an und lies die Gesundheitswerte der neuen SSD aus.
- Lass die alte Platte ein paar Tage unverändert, bevor du sie löschst.
Passt dazu: NVMe-SSDs verstehen; Laptop aufrüsten: RAM und SSD vorher prüfen; SSD-Gesundheit: SMART unter Windows und Linux; GPT und MBR: Partitionsstile; BitLocker und Geräteverschlüsselung; Windows-PC sichern: Abbild, Dateien oder Cloud.