Du hast einen 240-Hz-Monitor gekauft, und Windows bietet dir 144 an. Am Panel liegt das selten. Meist bremst ein Kabel oder ein Anschluss leise die Verbindung, und oft reicht ein Tausch.
Kurz gesagt
DisplayPort oder HDMI für 240 Hz? Nach unserer Einschätzung ist am PC DisplayPort meist die erste Wahl. Aktuelle NVIDIA-Karten haben drei DisplayPort-Ausgänge und einen HDMI-Ausgang, und VESA zertifiziert für jede Geschwindigkeitsstufe eigene Kabelklassen [9][17]. HDMI 2.1 mit einem Ultra High Speed HDMI Cable überträgt bis zu 48 Gbit/s und ist der Anschluss, den eine Konsole erwartet [12][19]. Ob ein Modus passt, hängt von Auflösung, Bildwiederholrate und Farbtiefe ab. Nach unserer Rechnung passt 2560×1440 bei 240 Hz mit 8 Bit Farbtiefe gerade noch unkomprimiert durch DisplayPort 1.4, während 3840×2160 bei 240 Hz Display Stream Compression (DSC) oder DisplayPort 2.1 mit UHBR20 braucht [1][2][3][11]. Kauf ein zertifiziertes Kabel für die Stufe, die du brauchst, und prüf danach den Modus, der wirklich läuft. Wir nennen keine Kabelmodelle und keine Rangliste. Alle Angaben haben den Stand 25. Okt. 2026.
So funktioniert’s
- Rechne aus, was dein Modus braucht. Ein Monitor bekommt nicht nur sichtbare Pixel. Jede Zeile und jedes Bild enthält zusätzlich eine Austastlücke. Der VESA-Timing-Standard CVT definiert dafür eine Variante „Reduced Blanking v2“ für Flachbildschirme: 80 zusätzliche Pixel pro Zeile und eine vertikale Austastung von mindestens 460 Mikrosekunden pro Bild [11]. Der Pixeltakt ist die Gesamtzahl der Pixel pro Zeile mal die Gesamtzahl der Zeilen mal die Bildwiederholrate. Multipliziert mit den Bits pro Pixel, 24 bei 8-Bit-RGB und 30 bei 10-Bit-RGB, ergibt sich die Datenrate. Hier die Rechnung als kurzes Skript, damit du unsere Zahlen nachprüfen kannst:
import math
def cvt_rb2_gbps(w, h, hz, bpp):
h_total = w + 80 # 80 Pixel horizontale Austastung
line_time = (1 / hz - 460e-6) / h # Sekunden pro aktiver Zeile
v_blank = max(math.floor(460e-6 / line_time) + 1, 15)
pixel_clock = hz * h_total * (h + v_blank) # Pixel pro Sekunde
return pixel_clock * bpp / 1e9
print(round(cvt_rb2_gbps(2560, 1440, 240, 24), 2)) # 24.62Dein Monitor kann ein eigenes, knapperes Timing aus seinen EDID-Daten verwenden. Sieh unsere Ergebnisse deshalb als sorgfältige Schätzung, nicht als Messung. Nach unserer Einschätzung ist ein Modus, der weniger als etwa fünf Prozent unter einer Grenze liegt, ein Grenzfall und braucht womöglich trotzdem DSC.
- Vergleiche mit dem, was die Verbindung trägt. Jede Verbindung hat eine Brutto-Rate und eine Nutzlast, also den Teil, der nach der Leitungscodierung für Bild und Ton übrig bleibt. DisplayPort 1.3 und 1.4 arbeiten mit HBR3 und 8,1 Gbit/s pro Leitung, über vier Leitungen 32,4 Gbit/s, was eine Nutzlast von 25,92 Gbit/s ergibt [1][2]. DisplayPort 2.x ergänzt die UHBR-Raten mit 128b/132b-Codierung, deren Aufwand VESA mit nur 3 statt 20 Prozent angibt [8]. Bei UHBR20 ergibt das eine Nutzlast von 77,37 Gbit/s [3]. Für UHBR10 und UHBR13.5 nennt VESA 40 und 54 Gbit/s als Höchstwert über vier Leitungen [5][6]. Mit demselben Verhältnis wie VESAs 77,37 von 80 gerechnet, sind das etwa 38,7 und 52,2 Gbit/s Nutzlast. Diese Umrechnung ist unsere Ableitung, keine VESA-Angabe. HDMI 2.1 bietet mit seiner Fixed-Rate-Link-Übertragung bis zu 48 Gbit/s [12]. Wie viel davon als Nutzlast bleibt, steht auf den öffentlichen HDMI-Seiten, die wir geprüft haben, nicht. Microchip nennt in der Dokumentation seines HDMI-2.1-Sender-IP für FRL eine 16b/18b-Leitungscodierung nach der HDMI-2.1-Spezifikation [22]. Nach unserer Rechnung bleiben damit höchstens etwa 42,7 Gbit/s, noch vor Paket- und Fehlerkorrektur-Aufwand. Wir nutzen 48 deshalb nur als Obergrenze. HDMI 2.2 gibt es seit Juni 2025, es verdoppelt auf 96 Gbit/s, unterstützt 4K bei 240 Hz mit voller Farbauflösung in 10 und 12 Bit ohne Kompression und braucht dafür das neue Ultra96 HDMI Cable [13][14].
Welcher Modus wohin passt (unsere Rechnung, CVT-RB2, RGB)
| Modus | 8 Bit | 10 Bit | DisplayPort ohne DSC | Anteil an den 48 Gbit/s von HDMI 2.1 (8/10 Bit) |
|---|---|---|---|---|
| 1920×1080 bei 240 Hz | 14,0 Gbit/s | 17,5 Gbit/s | DP 1.4, beide Farbtiefen | 29 % / 36 % |
| 2560×1440 bei 240 Hz | 24,6 Gbit/s | 30,8 Gbit/s | 8 Bit knapp innerhalb von DP 1.4 (Grenzfall); 10 Bit ab UHBR10 | 51 % / 64 % |
| 3440×1440 bei 240 Hz | 32,8 Gbit/s | 41,0 Gbit/s | 8 Bit ab UHBR10; 10 Bit ab UHBR13.5 | 68 % / 85 % |
| 3840×2160 bei 144 Hz | 31,3 Gbit/s | 39,2 Gbit/s | 8 Bit ab UHBR10; 10 Bit ab UHBR13.5 | 65 % / 82 % |
| 3840×2160 bei 240 Hz | 54,8 Gbit/s | 68,6 Gbit/s | nur UHBR20 | 114 % / 143 % |
Lies die HDMI-Spalte mit Vorsicht: Sie vergleicht mit den 48 Gbit/s brutto, und die nutzbare Nutzlast liegt darunter. Gemessen an unserer Obergrenze von 42,7 Gbit/s kommen 3440×1440 und 4K bei 144 Hz mit 10 Bit Farbe schon auf etwa 96 und 92 Prozent. Je näher ein Wert an 100 Prozent liegt, desto unsicherer ist, ob der Modus ohne DSC läuft. Für 4K bei 240 Hz mit 10 Bit Farbe schreibt HDMI, dass HDMI 2.2 das unkomprimiert überträgt [13]. Jede Zeile, die unkomprimiert nicht passt, kann mit DSC trotzdem funktionieren, wenn Grafikkarte und Monitor es beide beherrschen.
- Versteh DSC, statt es zu fürchten. Display Stream Compression ist ein VESA-Codec, der das Signal zwischen Grafikkarte und Monitor mit geringer Verzögerung komprimiert. VESA nennt es „visuell verlustfrei“ und stützt das auf subjektive Tests mit Versuchspersonen [10]. Bei 24 Bit Farbe komprimiert es 3:1 auf 8 Bit pro Pixel, bei 30 Bit Farbe 3,75:1 [10]. DSC 1.2b steckt sowohl in DisplayPort als auch in HDMI [10]. Auf die schwerste Tabellenzeile angewandt, ergibt unsere Rechnung für 4K bei 240 Hz mit 8 Bit pro Pixel nach der Kompression etwa 18 Gbit/s. Das passt sogar durch DisplayPort 1.4. Bei NVIDIA funktioniert DSC über DisplayPort ab der GeForce-RTX-20- und GTX-16-Serie und über HDMI 2.1 ab der RTX-30-Serie; der Treiber schaltet es automatisch ein, wenn der Monitor es unterstützt [15]. Bei mehreren Bildschirmen gibt es einen Haken: Ein DSC-Modus mit hoher Pixelrate kann zwei der internen Anzeigeeinheiten der Grafikkarte belegen, sodass Karten der RTX-40-, 30- und 20-Serie dann nur noch zwei Bildschirme gleichzeitig ansteuern [15][16]. Als Beispiel für so einen Modus mit hoher Bandbreite nennt NVIDIA 3840×2160 bei 160 Hz [16].
- Prüf, was deine Grafikkarte anbietet. NVIDIA nennt für die GeForce-RTX-50-Serie DisplayPort 2.1b mit UHBR20 und HDMI 2.1b, jeweils bis 4K bei 480 Hz mit DSC [17]. AMD nennt für die Radeon-RX-9070-Serie DisplayPort 2.1a und HDMI 2.1b [18]. Weder diese Pressemitteilung noch AMDs Produktseite zur RX 9070 XT nennt eine UHBR-Stufe [18][23]. Schau deshalb auf die Datenseite deiner genauen Karte, bevor du ein DP80-Kabel kaufst. Nach unserer Einschätzung ist eine ältere Karte mit DisplayPort 1.4 kein Grund zur Panik. Ab der GeForce-RTX-20- und GTX-16-Serie kann sie DSC nutzen und erreicht die meisten 240-Hz-Modi trotzdem; ältere Karten wie die GTX-10-Serie erreichen laut NVIDIA an einem DSC-Monitor womöglich nicht die höchste Bildwiederholrate [15].
- Wähl das Kabel nach Zertifikat, nicht nach der Aufschrift auf der Tüte. Für DisplayPort zertifiziert VESA Kabelklassen. Seit DisplayPort 2.1a tragen DP54-Kabel UHBR10 und UHBR13.5 passiv über bis zu zwei Meter, und VESA hat bereits ausgelieferte DP40-Kabel als DP54-konform geprüft [5]. DP80-Kabel tragen bis UHBR20 und auch UHBR13.5 [4]. Passive DP80-Kabel waren bisher auf etwa einen Meter begrenzt, deshalb ergänzt DisplayPort 2.1b DP80LL, ein aktives Kabel für UHBR20 über bis zu drei Meter [7]. In der Produktdatenbank von VESA kannst du zertifizierte Kabel nach Klasse filtern [9]. Bei HDMI ist das Ultra High Speed HDMI Cable die Klasse für bis zu 48 Gbit/s. Seine Zertifizierung ist Pflicht, jede Verpackung trägt ein Zertifizierungsetikett mit QR-Code zum Scannen, und der Name muss auch auf dem Kabelmantel stehen [12]. Nach unserer Einschätzung ist ein Kabel ohne Zertifikatseintrag oder Etikett ein Glücksspiel, egal wie viele „8K“-Aufkleber es trägt.
- Schließ PC und Konsole an denselben Monitor an. Sony schreibt, dass die PS5 HDMI 2.1 und 4K bei 120 Hz unterstützt. Du sollst das mitgelieferte Kabel oder ein Ultra High Speed HDMI Cable nutzen, die Konsole direkt statt über einen Receiver anschließen und am Bildschirm einen HDMI-2.1-Anschluss wählen [19]. Eine sinnvolle Aufteilung ist also: Grafikkarte an DisplayPort, Konsole an HDMI. Monitore geben nicht jedem HDMI-Eingang dieselben Fähigkeiten, deshalb steht im Handbuch, welcher Eingang welchen Modus annimmt. Betreibst du mehrere Bildschirme an einer Karte der RTX-40-, 30- oder 20-Serie, kann laut NVIDIA ein im Monitormenü erzwungener niedrigerer Standard, etwa DisplayPort 1.4 statt 2.1, Kapazität für weitere Bildschirme freimachen [16].
- Prüf den Modus, der wirklich läuft. Unter Windows 11 öffnest du Einstellungen, System, Bildschirm, Erweiterte Anzeige. Das Infofeld zeigt die aktuelle Auflösung und Bildwiederholrate und ob der Bildschirm eine variable Bildwiederholrate unterstützt. Ein Sternchen neben einer Bildwiederholrate heißt, dass sie bei der aktuellen Auflösung nicht funktioniert; wählst du sie, ändert sich die Auflösung [20]. Unter Linux mit einer X11-Sitzung listet
xrandrdie Modi jedes Ausgangs auf und markiert den aktuellen mit*und den bevorzugten mit+;xrandr --verbosezeigt mehr Details [21]. In einer Wayland-Sitzung nimmst du die Anzeigeeinstellungen deines Desktops. Fehlt 240 Hz, tausch zuerst das Kabel gegen ein zertifiziertes. Hilft das nicht, schau im Bildschirmmenü des Monitors nach dem DisplayPort- oder HDMI-Modus [15].
Praxisbeispiel
Das Setup ist erfunden und kein Test. Lena hat einen 27-Zoll-Monitor mit 2560×1440 bei 240 Hz, einem DisplayPort-1.4-Eingang und zwei HDMI-2.1-Eingängen, dazu eine GeForce-RTX-40-Karte und eine PS5. Der 10-Bit-Modus des Monitors bräuchte nach unserer Rechnung etwa 30,8 Gbit/s, mehr als DisplayPort 1.4 unkomprimiert trägt. Unterstützt der Monitor DSC, schaltet die Karte es ein; sonst ist der 10-Bit-Modus an diesem Eingang nicht drin [1][2][15]. Sie schließt den PC per DisplayPort an und die PS5 per HDMI mit dem Kabel aus der Verpackung [19]. Windows zeigt zuerst 144 Hz. In der erweiterten Anzeige sieht sie, dass 240 Hz nur mit Sternchen angeboten wird [20], tauscht das alte DisplayPort-Kabel gegen ein zertifiziertes aus der VESA-Datenbank [9] und bekommt 240 Hz bei nativer Auflösung. Nichts in diesem Beispiel wurde gemessen.
Prüfliste
- Notiere Auflösung, Bildwiederholrate und Farbtiefe, die du willst, und rechne die Datenrate mit dem Skript oben aus.
- Vergleiche sie mit der Nutzlast deiner Verbindung: 25,92 Gbit/s bei DisplayPort 1.4, 77,37 Gbit/s bei UHBR20.
- Prüfe, ob Grafikkarte und Monitor beide DSC beherrschen, wenn der Modus unkomprimiert nicht passt.
- Schlag DisplayPort-Version und UHBR-Stufe deiner genauen Grafikkarte auf der Datenseite des Herstellers nach.
- Kauf ein DisplayPort-Kabel nur mit VESA-Eintrag in der nötigen Klasse, DP54 für UHBR13.5 und DP80 für UHBR20.
- Scanne das Zertifizierungsetikett eines Ultra High Speed HDMI Cable, bevor du es für eine Konsole nutzt.
- Schließ die Konsole direkt an einen HDMI-2.1-Eingang an, nicht über einen Receiver.
- Prüfe den laufenden Modus unter Windows in der erweiterten Anzeige oder unter Linux mit
xrandr.
Passt dazu: Grafikkarte aufrüsten: Netzteil, Platz, Stecker; Konsolenspeicher: Switch 2, Xbox, Steam Deck; Gaming-PC leiser: Lüfterkurve, Airflow, Staub.