Auf dem Karton des neuen Routers steht MLO, das Datenblatt deines Laptops sagt Wi-Fi 7, und trotzdem läuft die Verbindung über ein einziges Band. MLO klappt nur, wenn beide Seiten es können – und die Einstellungen mitspielen.
Kurz gesagt
Wi-Fi 7 steht für Geräte nach IEEE 802.11be, der Erweiterung für „Extremely High Throughput“ [1][3]. Was ist MLO? Multi-Link Operation, das wichtigste neue Merkmal, lässt Geräte gleichzeitig über mehrere Verbindungen senden und empfangen, etwa im 2,4-, 5- und 6-GHz-Band, für mehr Durchsatz, geringere Latenz und mehr Zuverlässigkeit [2][3]. Das klappt nur, wenn Router und Client es beide unterstützen [4]. Unsere Einschätzung: MLO ist ein willkommenes Extra, wenn du ohnehin neue Hardware kaufst, aber kein Grund, einen gut platzierten Wi-Fi-6-Router oder ein Netzwerkkabel zu ersetzen.
So funktioniert’s
- Der Standard. IEEE 802.11be-2024 wurde am 26. Sept. 2024 verabschiedet und am 22. Juli 2025 veröffentlicht. Er beschreibt mindestens einen Modus für einen maximalen Durchsatz von mindestens 30 Gbit/s und einen mit verbesserter Latenz und weniger Jitter im ungünstigsten Fall [1]. Das sind Grenzwerte der Norm und keine Geschwindigkeiten, die du zu Hause erwarten solltest.
- Die Zertifizierung. Die Wi-Fi Alliance hat Wi-Fi CERTIFIED 7 am 8. Jan. 2024 vorgestellt. Neben MLO nennt sie 320-MHz-Kanäle in Ländern, die das 6-GHz-Band für WLAN freigeben, 4K-QAM mit 20 % höheren Übertragungsraten als 1024-QAM und weitere Funktionen für mehr Effizienz [2].
- Mehrere Links, eine Verbindung. Ohne MLO nutzt ein Client jeweils ein Band. Mit MLO hält er Links auf mehreren Bändern zum selben Router und kann zwischen ihnen wechseln, ohne sich neu anzumelden [4]. Die Wi-Fi Alliance beschreibt das als effizientere Lastverteilung zwischen den Links [5].
- Beide Seiten müssen mitmachen. Laut FRITZ! müssen Router und WLAN-Gerät Wi-Fi 7 auf mindestens zwei Bändern unterstützen; MLO-Verbindungen entstehen dann automatisch [4]. Unter Windows gibt es Wi-Fi 7 ab Windows 11, Version 24H2; Microsoft nennt dafür einen Adapter und einen Router, die Wi-Fi 7, Wi-Fi 6/6E und WPA3 unterstützen [3].
- Die Einstellungen zählen. Für die FRITZ!Box 7690 verlangt der Hersteller denselben Netzwerknamen auf allen Bändern, den WPA-Modus WPA2+WPA3 und keinen MAC-Adressfilter; wer ein Band auf Wi-Fi 6 beschränkt, schaltet MLO ab [4]. Andere Hersteller können andere Bedingungen setzen.
- Kein Wundermittel. MLO verlängert keine Reichweite: Ein Band, das dein Zimmer nicht erreicht, bringt nichts. Wir haben MLO nicht selbst gemessen und nennen deshalb keinen Zugewinn.
Ein Praxisbeispiel
Auf einem Laptop mit Windows 11 öffnest du eine Eingabeaufforderung und startest:
netsh wlan show driversSteht bei den unterstützten Funktypen 802.11be, können Adapter und Treiber Wi-Fi 7 [3]. Dann öffnest du die Eigenschaften deines WLANs: Zeigt das Feld zu Netzwerkband und Kanal mehr als ein Band, nutzt die Verbindung MLO [3]. Siehst du nur eines, prüfst du die Bedingungen des Routers, etwa gleiche Netzwerknamen auf allen Bändern [4]. Das ist ein allgemeiner Ablauf und keine Messung aus unserem Netz.
Prüfliste
- Prüfe, ob Router und Client Wi-Fi 7 auf mindestens zwei Bändern unterstützen, bevor du auf MLO setzt [4].
- Aktualisiere den PC auf Windows 11, Version 24H2 oder neuer, und prüfe mit
netsh, ob der Adapter 802.11be meldet [3]. - Nutze auf allen Bändern denselben Netzwerknamen, wenn dein Router das verlangt [4].
- Schalte WPA3 am Router ein; Microsoft nennt es für Router und Adapter neben Wi-Fi 7 [3].
- Schau in den WLAN-Eigenschaften nach, ob die Verbindung wirklich mehr als ein Band nutzt [3].
- Behalte das Netzwerkkabel für den Gaming-PC, wenn du die geringste Latenz brauchst, denn MLO ersetzt keine gute Platzierung.